Ja, vorbei. Alles aus. Keine Verlängerung. Kein Elfmeterschießen. Hab ich gewonnen? Ich denke schon, zumal auf der Haben Seite doch ein paar
mehr Tore stehen als ich letztendlich kassiert habe. So sieht es zu mindestens unterm Strich meiner Milchmädchenrechnung aus. Aber muss ich denn wirklich rechnen während ich nun inmitten der norddeutschen Tiefebene sitze und darüber grübele was wirklich zählt? Es zählt alles aber doch irgendwie anders. Schwer zu erklären. Wie gerne würde ich mir jetzt darüber Gedanken machen, während ich in Borneo irgendwo unter Wasser bunte Fischchen zähle. Ja, aber Borneo is nich. Norddeutsche Tiefebene sag ich! Das muss ich akzeptieren! Das Schöne daran: jeder andere auch. Am besten geht das aber so…
Ein ganz normaler Donnerstag. Die letzten 2 Tage war ich nicht tauchen. Es kribbelte so doll, dass ich mir am liebsten sofort das Scuba gear angezogen und ins Wasser gesprungen wäre. Aber heute muss es gehen. Es geht nicht anders. Ich will tauchen! Der erste Tauchgang verläuft ohne Probleme. Nur beim Auftauchen schmerzen die Nasennebenhöhlen etwas. Egal. Der Schmerz ist akzeptabel. Der zweite Tauchgang verläuft genauso, nur dass es beim Auftauchen unerträglich
schmerzt. Ich setze aus. So ein Mist! So sitze ich nächsten Tag beim Arzt. Es gibt Pillen. Ein Glück ist am Abend Bandnight. Das hilft ein wenig den Frust zu vergessen. Dazu gehen wir obendrein danach in die Karaoke Bar. Das läuft! Und wie! Perfekte Gelegenheit um am nächsten Tag nochmal auszusetzen und auszuschlafen. Schlafen ist ja auch die beste Medizin. Nach 2 Tagen aus dem Wasser bin ich mir ganz sicher, dass ich wieder gesund bin. Und siehe da, es geht! Toll! Dazu darf ich den 2. und 3. Tauchgang auch gleich guiden. Ich habe nur einen Customer. Toll! Jen hat einen tollen Tag. Jason ist mit meiner Darbietung auch zufrieden. Ich bin froh dass meine erste Guide Erfahrung toll gelaufen ist, also alles bester Laune! Am nächsten Tag bin ich dann nur wieder ein „Schatten“. Das heißt dem Instructor und den Customern folgen und beschatten. Antizipieren und Lernen wie es im Fachjargon so heißt. Dafür bin am Dienstag Nass zugeteilt. Toll! Das heißt immer Spaß und gute Laune. Ich guide die letzten beiden Dives. Ein wahnsinnig schöner Tag unterm Strich! Ähnlich sieht der folgende Tag aus.
Dann ist es Donnerstag. Der Tag der Entscheidung. Großes Finale. Heute steht der Stresstest an. Welch Überraschung! Das kann stressig werden. Ich sag ja immer: Ruhe bewahren. Den Stresstest darf ich zusammen mit Emily absolvieren. Unsere Aufgabe sieht so aus, dass wir unter Wasser auf dem Grund unser ganzes Equipment austauschen müssen. Das heißt Maske, Fins und BCD. Eigentlich kein Problem. Dummerweise wird dabei simuliert, dass eine Sauerstoffflasche leer ist und man sich einen Regulator zum Atmen teilen muss. Das ist aber auch noch machbar. Jetzt kommt der Haken. Dazu befinden sich auch Instruktoren unter Wasser, welche einen Riesenspaß daran haben den herumliegenden Sand vom Meeresboden ein wenig Aufzuwirbeln. Gerne auch mal in unserer Gesicht werfen oder einem auf dem Kopf verteilen. Aufgewirbelter Sand im Wasser heißt verminderte Sicht, um nicht zu sagen Sicht gleich Null, vor allem weil besagte Instruktoren auch Spaß daran haben mit ihren Regulatoren einen riesigen Wald von Luftblasen zu erzeugen. Spätestens jetzt ist sieht man gar nichts mehr. Wenn die Sicht gleich Null ist, wird es auch schwierig den Regulator zu finden, und den muss man finden wenn man atmen will. Als wär das nicht genug, wird einem auch gerne mal die Taucherbrille vom Kopf gerissen. Wer jetzt ein Problem mit Sand in den Augen hat, der ist raus, denn in erster Linie hat man keine Zeit sich damit auseinander zu setzen. Oberstes Gebot ist nämlich, ob man es glaubt oder nicht, zu atmen! Hatte ich schon erwähnt dass man ganz nebenbei sein Equipment austauschen muss? Von gelösten Tankhaltern oder gelösten Gewichten ganz zu schweigen. Es ist nicht so leicht wie ich es mir vorgestellt hatte. Schon mal mit jemandem die Taucherbrille getauscht, der sie einfach nicht hergibt weil er sich vor lauter Stress auf ganz andere Sachen
konzentriert. Im ersten Versuch wird das alles nichts. Ich hab keinen Bleigürtel mehr was mich langsam aber sicher gen Wasseroberfläche treiben lässt. Emily hat ganz andere Probleme. Keine Luft? Wie? Salzwasser geschluckt? Naja, an der Wasseroberfläche können wir erst mal herzhaft lachen. Was für ein Spaß. Wir legen uns fix eine neue Strategie zurecht und sortieren unser Equipment. Der zweite Versuch klappt besser. Zu mindestens im Ansatz. Ich behalte die Übersicht und regele die Regulator Verteilung. 3 mal schnell ein und ausatmen um dann die Sauerstoffversorgung Emily regelrecht in den Mund zu drücken. Sie ist
ein wenig mit dem Sand und denn Blubberblasen beschäftigt. Interessiert mich alles nicht. Luft? Interessiert mich nicht. Ich will nur das Equipment tauschen. Fast geht mir die Luft aus einmal. Ich überlege kurz ob ich nun die 5 Meter Wassertiefe überwinden muss um mir meine Luft oberhalb der Wasseroberfläche zu holen. In buchstäblich der letzten Sekunde finde ich in dem ganzen Gewirr den Regulator. Das war knapp! Das bisschen Salzwasser was man dabei schluckt ignoriere ich großzügig. Das schafft Emily nicht ganz. Ich versuche ihr den Regulator in den Mund zu stecken. Sie sieht nichts und schwupps, keine Luft mehr. Sie taucht auf. Na super, das ist echt ne harte Aufgabe. Oben angekommen verfeinern wir nochmal unsere Strategie. Und siehe da, die Handgriffe sitzen. Alles
geht schnell. Ich hab mein Equipment bereits gewechselt und alles ist an seinem Platz. Nur Emily hat ein wenig Probleme vor lauter Sand die Clips zu finden. dazu wird ihr Tankstrap nochmal gelöst. Kein Problem, ich regle das. Nur atmen nicht vergessen! Wo ist der Regulator? Bevor ich es begreifen kann sind wir fertig! Ich denke immer noch, was müssen wir noch wechseln? Welcher Verschluss fehlt noch? Nein, sie gibt mir das Signal alles in Ordnung, wir haben es geschafft. Toll! Nur noch hoch an die Wasseroberfläche und durchatmen. Das war Arbeit, aber letztendlich geschafft! Juhuuuuuu! So, als Belohnung gibts einen Fundive zum Tagesabschluss. Ich schließe mich Chris an. Er guidet Aimee und Steve. Easy. Will ich guiden? Nein, danke Chris. Ich will einfach nur Spaß. Einfach mal losgelöst tauchen ohne eine Aufgabe. Toll! So finde ich auch spontan zur Freude der Gruppe einen Bamboo Coral Shark. Was für ein Tag! Herrlich! Ich liebe diesen Ort einfach. Kann ich nicht für immer hier bleiben?

Viel Zeit bleibt mir hier nicht mehr. Ich habe hier nur noch ein paar Tage. Leider. Am nächsten Tag darf ich Martyn beschatten. Zusammen mit Paul hat er eine Gruppe Franzosen. 7 oder 8 an der Zahl. Alles erfahrene Taucher. Toll! Ich darf nun endlich auch mal meine Kamera mitnehmen. Meine letzten Tage darf ich fundiven. Gerne hätte ich noch etwas mehr Zeit hier zur Verfügung um mehr Erfahrung im Guiden zu sammeln. Aber naja, ich entschließe mich dazu die letzten Tage lieber zu nutzen um ein paar Videos zu machen. Dummerweise hat Martyn nach dem ersten Tauchgang Sinusprobleme. Er setzt aus für heute. Das heißt: here i come! Nun ist es an mir zusammen mit Paul die Franzosen unter Wasser beisammenzuhalten. Aber das sind ja alles erfahrene Taucher. Naja, aber eben auch Franzosen. Wir fahren zum Artifical reef. Hier gibts ne Menge hölzerne Strukturen und dergleichen Kram unter Wasser. Das perfekte Terrrain um auch mal den Anschluß an die Gruppe zu verlieren. Zu mal ist die Sicht heute auch nicht der Bringer. Kaum sind wir unten, gehts auch schon los. Sie knippsen was das Zeug hält mit ihren Kameras. Paul ganz vorne und ich ganz hinten. Kaum 5 Minuten im Wasser zerstreut sich die Gruppe. Ein Versuch mit meinem Tankbanger Aufmerksamkeit zu bekommen um zu signalisieren „zusammenbleiben“ schlägt fehl. Am Ende verliere ich alle um sie dann wiederzufinden. Dummerweise fehlen 2 in der Gruppe. Naja, letztendlich finden sich alle wieder an. Was bleibt unterm Strich? Ganz einfach: Die Franzosen? Ja die Franzosen! Ach, hör mir auf mit den Franzosen! Hoffentlich geht das alles besser beim letzten Tauchgang! So hat es dann auch den Anschein beim Dive Nr. 3. Nach 60 Minuten gebe ich das Zeichen für den 3 Minuten Safety Stop bei 5 Metern. Alles klar denke ich mir. Als ich dann die Gruppe einhole, traue ich meinen Augen nicht. Was machen die alle da unten auf 13 Metern? Sind die nicht ganz dicht? Naja, das Räsel löst sich schnell. Paul hatte einen Flamboyant Cuttlefish gefunden. Ich hatte bis dato noch gar keinen gesehen. Einfach nur faszinierend diesen Geschöpfen zuzusehen wie sie farblich pulsierend sich über den Meeresboden bewegen. Abgefahren. Da kann man mal auch ignorieren, dass die Sauerstoffflaschen fast leer sind. Toll! Nach dem Auftauchen sind alle begeistert. Wahnsinn. Unterm Strich ein toller Tag? Naturellement!

Aber, der Tag ist ja noch nicht vorbei! Es steht mir noch die schwerste aller Prüfungen bevor. Der Schnorcheltest! Dieser ist eine recht lustige Veranstaltung, zu mindestens für alle die den Test nicht machen müssen. Heute trifft es Lydia, Emily und mich. Wir werden mit einer lustig bemalten Tauchmaske versorgt. Dazu ein Schnorchel. Nein, kein gewöhnlicher Schnorchel. Dieser Schnorchel ist so was wie die Deluxe Version, denn er hat auch gleich einen Trichter oben drauf. Da können zum Beispiel die Instruktoren lustig gemixte Getränke hinein kippen damit diese den Weg in den Mund der Divemaster Probanden finden. Toll! Gleich zu Beginn wird ein Kurzer verabreicht, bevor wir uns unter einer Limbostange durchbugsieren müssen. Normalerweise ja kein Problem, nur durch die nette Maske kann man absolut nichts sehen. Na ja, nach ein paar Runden auf den drehenden Barhockern ist das aber auch egal. Noch ein Kurzer und wieder zurück. Nun der eigens angemixte Drink. Die ersten Schlücke schmecken nicht schlecht. Ich hatte es viel schlimmer erwartet. Das dumme an der ganzen Geschichte ist nur, dass man ja durch die Maske nicht atmen kann. Ein vorher ausgewählter Assistent darf dann die Maske liften und man kann ein paar Sekunden atmen. Irgendwann schaffe ich es dann. Obendrauf gibt’s noch ein Bier. Toll! Geschafft! Mein Shirt sieht aus, als wenn ich nicht richtig trinken kann. Egal. Endlich Divemaster! Wahnsinn. Nun aber nimmt das Schicksal seinen Lauf. Kurz nachdem ich die Unmengen von Alkohol vernichten durfte, gratuliert mir jeder. Ich klatsche mit Lydia und Emily ab. Ja, geschafft! Ich entdecke die Franzosen an einem Tisch weiter hinten. In meiner Erinnerung bieten sie mir Rum an. Ist doch klar, dass ich da nicht nein sagen kann. Das war ungefähr 5 Minuten nach dem Test. Den Rest kenne ich nur vom Hören Sagen. Nur eine kurze Sequenz bei der ich mich draußen auf nem Bordstein sitzen sehe ist hängen geblieben. Ja, großartige Party, aber keiner von uns 3en kann sich dran erinnern. Videos am nächsten Tag klären auf, dass sich Emily eine ganze Weile mit Kay’s Hund unterhalten hat bevor man sie aufs Zimmer gebracht hatte wo sie sich dann unterm Bett versteckt hat. Lydia hatte derweil mit Motorikproblemen zu kämpfen. Sehr lustig! Ich? Hmmm, man sagt, keiner konnte die Bar durchqueren ohne mit mir zu tanzen. Irgendwann musste man mich aber auch aufs Zimmer schleppen. Zu mindestens war ich Last Man Standing. Immerhin. Wie gut das man am Tag nach dem Schnorcheltest immer frei hat. Wir hängen nur rum und dürfen uns die Storys des Vortages gefallen lassen.
Mein vorletzter Tag auf Mabul. Ich darf Phil beschatten. Zu unserem Glück haben wir ein eigenes Boot und nur 2 Customer. Lara und Paul (ENG) hatte ich morgens schon auf der Überfahrt von Semporna bespaßen dürfen. Toll! Beim ersten Tauchgang können die beiden unzählige Turtles bewundern. Total geflasht können wir die beiden auch noch zur tollsten Divesite der Insel mitnehmen. Diese heißt Seaventures und ist eine alte Ölbohrinsel unter der sich allerlei Fisch tummelt. Sehr abgefahren! Als 3. Tauchgang kann es nur eine Steigerung geben, und die beinhaltet zu versuchen den Flamboyant Cuttlefish auf dem Hausriff zu finden. Die Chancen dafür sind nicht unbedingt hoch, aber wir machen das Unglaubliche möglich und finden ihn! Ein abgefahrener Tag für die beiden! Und das heißt, dass es auch ein abgefahrener Tag für mich war! Da könnte ich mich dran gewöhnen jeden Tag anderen Customern ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Nur so geht’s und alles andere macht ja auch gar keinen Sinn!
Mein letzter Tag auf Mabul. Gemischte Gefühle. Auf der einen Seite will man den Tag nur genießen und voll auskosten. Auf der anderen Seite macht man sich darüber so wenig wie möglich Gedanken. Aber was dann passiert lässt einem auch gar keine Zeit zum Nachdenken. Wir kommen morgens auf Mabul an. Plötzlich heißt es von der Nachbar-Jetty, dass Delphine im Riff sind. Toll! Nun heißt es schnell jeden aufs Boot bringen und versuchen die Delphine zu sehen. Wir kommen dort an, aber was ist das? Kein Delphin, sondern etwas anderes. Ein Wal! Ein kleiner Wal! Während der Ebbe muss er im seichten Wasser den Weg raus aus dem Riff nicht mehr gefunden haben. Er zappelt in dem gerade mal einen halben Meter tiefen Wasser wie verrückt. Das Wasser hatte sich schon rötlich gefärbt, von dem Blut das er verliert. Unschwer lässt sich erkennen, dass seine ganze Haut von den Korallen bereits aufgekratzt ist. Wir machen uns mit Schwimmwesten auf ins Wasser und schwimmen ins Riff. Der Wal zappelt, was ganz schön gefährlich ist. Ein Schlag mit Schwanzflosse kann einen mal ganz schnell von den Beinen holen und in die Korallen und Seeigel befördern. Da ist keiner scharf drauf! Nein, stattdessen beruhigte sich der Wal sobald wir ihn erreicht hatten. Ich stehe genau vor dem Blasloch und schaue ihm ins Auge. Was für ein Moment! Er bläst aus und mir direkt ins Gesicht. Wow! Dann nimmt er einen dicken Atemzug. Gute 4 Meter ist der Bursche groß. Wir wollen nun versuchen den Kumpel aus dem Riff zu befördern. Dazu sliden wir die Rettungswesten unter dem Wal durch. Der Wal ist ganz ruhig. Nicht mal atmen tut er mehr. War es das schon? War er schon am Ende seiner Kräfte? Hoffentlich nicht! Wir haben mittlerweile die Westen in Position und fangen an ihn langsam ein wenig anzuheben. Nun heißt es sich durch die Korallen und Seeigel vorarbeiten um ihn ins offene Wasser zu bekommen. Das ist gar nicht so einfach, aber irgendwie schaffen wir es am Ende. Wir nehmen die Rettungswesten weg und können nichts mehr tun. Er muss jetzt wieder von alleine schwimmen. Wir wissen immer noch nicht ob er überhaupt noch lebt so reglos war er. Doch dann bläst er plötzlich wieder aus, nimmt deinen dicken Atemzug und bewegt sich. Als er merkt, dass er wieder frei ist, fängt er langsam an davon zu schwimmen. Er bläst an der Wasseroberfläche noch einmal aus, sagt danke, nimmt einen dicken Atemzug und schwimmt hinein in die Tiefe des Ozeans während ich ihm unter Wasser dabei zuschaue. Intelligente Tiere müssen das sein, denn der Wal hat bestimmt gemerkt, dass wir ihm helfen wollten.Dann ist er weg. Alle schauen sich an. Jeder hat nun ein dickes Grinsen im Gesicht. Hatten wir gerade einen Wal zurück ins Meer geschoben? Ja, haben wir! Es wird abgeklatscht! Dabei merke ich, dass ich doch ein paar Seeigelstachel in der Hand habe. Na ja, das wird schon wieder und ist ja auch egal, da wir doch gerade einen Wal gerettet haben! Unglaublich! Zurück auf dem Boot können wir es immer noch nicht glauben! Was für ein Erlebnis! Kann so etwas noch getoppt werden? Nein, natürlich nicht. Der Tag ist dadurch so einzigartig! Dazu gibt es noch beim letzten Tauchgang eine abartig geile Show des Jackfish Schwarms im Artifical Reef. Geil! Aber nun heißt es good bye sagen. 6 Wochen hier verbracht. 6 unsagbar tolle Wochen mit unsagbar netten Menschen. What a special place! Ich bin mir sicher, dass ich noch einmal hierher zurückkommen werde. Ich verabschiede mich. Das Boot legt ab. Ich winke. Es geht weiter.
Zurück in Semporna wartet noch eine Besonderheit auf mich. Heute hab ich mich als krönenden Abschluss noch für den Nightdive eingetragen. Der findet unweit von Semporna statt und ist Rowans Lieblingsdivesite. Zusammen mit Aimee, Steve, Lydia und Rowan geht’s raus. Wir tauchen hinab. Was für ein Schrott da unten. Man könnte meinen das ist ne Unterwasser Müllkippe! Aber was Rowan uns da an Geschöpfen zeigt ist der Wahnsinn! Abgefahren, denn man sieht ja auch Tierchen, die man am Tage niemals sehen würde. Wicked! Was für ein Abschluss! Der Wal, der Nightdive und nun gibt es nochmal ein leckeres Gericht aus Rory’s Küche. Toll! Dazu ein paar Bierchen. Irgendwann kommt auch der Tanduay dazu, was dazu führt, dass wir irgendwann in der Karaoke Bar zu finden sind. Leider kann ich meinen Tom Jones Song nicht singen, da mein Musikwunsch einfach ignoriert wird. Frechheit! Egal, denn ich singe ja mit meiner immer mehr versagenden Stimme alles was nicht niet- und nagelfest ist. Ein absolut würdiger Abschluss für diesen einzigartigen Tag!
Abreisetag. Wie gut das mein Flieger erst spät abends geht. Das gibt mir Gelegenheit ein wenig auszuschlafen. Nach dem Aufstehen geht’s mit Aimee zum Hotelpool wo wir ein wenig relaxen. Das tut gut. Leider bleibt nicht ewig Zeit, da ich noch meine Sachen packen muss. So hole ich mir noch ein anständiges Abendbrot. Dann kommt das Verabschieden. Da bin ich ja eh nicht so gut drin. Gerne würde ich hier noch bleiben, aber es ist einfach Zeit zu gehen. Dann geht alles irgendwie ganz schnell. Bye bye und schon sitze ich im Shuttlebus. Allein. Die Air Condition lässt mich frösteln. Eine Stunde bis zum Airport. Zeit zum Nachdenken. Zeit zu begreifen was für eine schöne Zeit ich doch hier hatte. Zeit zu begreifen dass es weiter geht und Bangkok auf mich wartet. Der Rest ist Routine. Flughafen. Einchecken. Gepäck verstauen. Platz nehmen. Abheben. Etwas shaky ist es auf dem Flug nach Kuala Lumpur. Etwas mulmig ist mir schon. Vergleichbar mit dem Flug von Vientane. Egal. Am Ende bilde ich mir ein sogar ein wenig geschlafen zu haben. Ich komme kurz nach Mitternacht in KL an. Nun heißt es wieder die Nacht auf dem Airport zu verbringen. Kein Problem. 7 Stunden vergehen ja manchmal auch wie im Flug. Dann wieder das alte Spiel. Einchecken. Gepäck verstauen. Platz nehmen. Abheben. Ich lande in Bangkok. Meine letzte Station. Wirklich? Ist es das wirklich schon? Ja.
Ich muss irgendwie in die Stadt. Geht am besten mit dem Zug vom Flughafen. Am Ticketautomaten treffe ich zufällig auf jemanden der in das gleiche Hostel wie ich will. Toll! Dan (ENG) hat sogar eine Idee wo sich unser Hostel befindet. Genial! Irgendwo springen wir aus dem Zug. Müssen wir auf ne andere Linie umsteigen? Sind wir richtig? Ein Stadtplan verschafft nur ungenügend Aufklärung. Egal, komm, wir nehmen ein Taxi. Immerhin wissen wir ja den Namen der Haltestelle wo sich unser Hostel befinden soll. Leider sprechen die Taxifahrer weder Englisch, noch können sie Karte lesen. Was macht man in so einem Fall? Genau, erst mal ins Taxi rein und losfahren. Irgendwie schaffen wir es ihm dann während der Fahrt begreiflich zu machen wo wir hin wollen. Klappt! Zu mindestens halbwegs. Am Ziel steigen wir nochmal ins Tuk Tuk um. In nullkommanichts sind wir da. Ein tolles Hostel! Keine Absteige! Alles relativ neu und sauber. Schön! Etwas Schlaf ist gut. Abends treffen wir auf Kate und Elizabeth. Dazu gesellen sich Jubril und diverse andere Leutchen. Ne nette Truppe hier. Für den nächsten Tag wollen Dan und ich uns ein paar Tempel anschauen. Wir schaffen es aber leider nur in die Einkaufstempel der Stadt. Macht ja nix. Ich hab eh keinen Stress. Für mich sind die letzten Tage in Bangkok wie Urlaub. Bloß kleinen Stress! So finden wir uns abends auch auf der Dachterrasse des Hostels ein von wo die Lichter der Wolkenkratzer eine ganz einzigartige Atmosphäre schaffen. Von hier aus, kann man auch die Dachterrasse des Hotels erkennen, wo man den Film Hangover 2 gedreht hat. Da es heute mit den Tempeln nix geworden ist, setzen wir es spontan für morgen an. Zusammen mit Helen, David und Olivia machen wir uns zum Golden Tempel auf. Toll! Schön siehts da aus! Abends geht’s auf die Koh San Road. Das ist die Amüsiermeile von Bangkok und absolutes Pflichtprogramm. Wir lassen es uns gut gehen!
Samstag. Ein letzter Tag in Bangkok. Ich verbringe den ganzen Tag nochmal um durch die Shopping Malls zu laufen. Bloß kein Stress mehr. Abends gönne ich mir noch eine Flasche Wein. Werde ich wehmütig? Nein, denn es geht ja nach vorn und nicht zurück! So fühlt es sich am nächsten Morgen auch alles ganz normal an. Sonntag. Ein ganz normaler Sonntag. War mir die letzten Wochen schon ganz bange vor dem Moment, wenn ich wirklich die Heimreise antreten muss, so ist es jetzt ganz normal. Einfach Sachen packen, irgendwo zum Flughafen fahren und weg fliegen. So wie immer, nur dass es jetzt nach Hause geht. Nach Hause? Habe ich denn noch eins? Darüber kann ich mir auch noch während des Fluges Gedanken machen. Also, bloß einchecken und dann weiter schauen. Dummerweise bin ich so ziemlich der letzte in der langen Schlange. Kann ja nicht so lange dauern denke ich mir. Dauert dann doch irgendwie. So, eingecheckt. Jetzt hab ich noch ne Stunde bis Abflug. Wie gut dass ich noch nicht gefrühstückt habe. Schnell mal eine Etage tiefer und ein leckeres Nudelgericht geholt. Dann nur noch schnell zur Toilette und durch die Passportkontrolle. Als ich dies erledigt habe, fällt mir auf der Anzeigentafel auf, dass bei meinem Flieger schon FINAL CALL steht. Ich muss zum Gate E. Sollte ich mich beeilen? Ist es weit? Bestimmt! Scheiße! Laufen? Nein! Immer schön die Ruhe bewahren. Ich gehe schneller. Warum eigentlich? Wäre es denn so schlimm, wenn ich den Flieger verpasse? Mit dem Divemaster im Gepäck könnte ich mir bestimmt auch auf Koh Tao einen Job suchen!? Nein, irgendwie muss ich da mit dem Flieger mit. Gate C. Gate D. Oh man, wie weit ist das denn noch. Eine Uhr hab ich sowieso nicht zur Hand. Gate E. Ich kann es sehen! Keine Menschen mehr in der Abfertigungshalle. Mist. Der Air Berlin Flieger steht noch da. Schnell die Treppen runter. Hoffentlich kann ich noch mit! Ja, die Boarding Dame wollte gerade abhauen. Glück gehabt. Sie reicht mir ein neues Boarding Ticket. Ich bekomme einen neuen Platz meinte sie. Egal. Nur mit will ich! Am Flugzeug werde ich dann auch mit feinstem Berliner Dialekt empfangen. „Na, da hamm wa ja deen Ausreißer wa!“ Bla bla kwak kwak. Ich bin drin. Passt doch, wozu nur immer diese Aufregung!? Mein neuer Platz ist ganz hinten vorletzte Reihe. Die Strafbank sozusagen. Hinten vor der Küche in der sich die Flugbegleiter angeregt über diverse Sachen unterhalten, die mich nun mal überhaupt nicht interessieren. Dafür habe ich ne Sitzreihe für mich allein. Toll! Am Schluss ist es dann ein ganz komisches Gefühl. Noch 38 Minuten bis Berlin. Noch 22. Noch 12. Draußen sieht es grau aus. Es ist ein wenig stürmisch. Mir alles egal. Wird schon werden. Der Flieger setzt ganz schön hart auf. Ich bin wieder in Deutschland. Ich steige aus dem Flugzeug aus. Es regnet. Wo geht eigentlich die nächste Reise hin? Ach, ist doch egal, vom Prinzip her läuft das schon irgendwie…








Die Fanzosen, ach die Franzosen, hör mir auf mit den Franzosen
T-O-L-L