Naja, eher gesagt ein viel schwerwiegenderer Fall. Aber eigentlich auch kein Fall, mehr so ein Fauxpas. Rätsel: Was ist anziehender als eine charismatische hübsche Frau?
Genau: die Erde! Und genau diese zog meine Festplatte an. An sich nichts verkehrtes, da ich ja auch nicht möchte, dass diese einfach so frei im Raum herum schwebt. Oder lieber doch? Jedenfalls zog unser arg gebeutelter Erdball meine Festplatte so dermaßen schnell an, dass diese seitdem jeglichen Dienst verweigert. Kann ja mal passieren. Einmal nicht richtig aufgepasst, rutschte mir diese aus der Hand, während ich das Netbook in die Hand nahm. Das Netbook war gerade damit beschäftigt die letzten Bilder zu exportierten, damit das anschließende Back Up auch auf den neusten Stand ist. Entscheidendes Detail: die Platte viel BEVOR ich das Back Up machen konnte. Warum hatte ich dies nicht schon in den Tagen davor erledigt? Ach, nur noch die letzten Bilder von der Kamera runter ziehen und dann ist alles komplett. To easy. Wer nicht auf sich selber hören will, der muss fühlen! Protokoll des Ganzen: 2799 Bilder einfach weg. Keine Bilder vom Marlborough Sound. Keine Bilder von Wellington. Keine Bilder aus Napier. Keine Bilder vom Tongariro Crossing. Keine Bilder aus Mt. Maunganui. Nix. Obendrauf natürlich die fehlenden Videos! Keine Videos vom Schwimmen mit den Delphinen! Keine Videos vom Tauchen! Nix. Nada. Nullo. Ärgerlich! Letztendlich muss ich einfach festhalten, dass andere Menschen momentan ganz andere Probleme haben, wenn man mal nach Japan schaut. Was sind da schon ein paar Bilder? Nichts, absolut nichts!
Dienstag. Ich vertrödel meinen Tag ein wenig in Whangerei. Ein bisschen Internet und Einkaufen und die Vorräte auffüllen, bevor ich mich in Richtung Russell bewege um Sheena einen Besuch abzustatten. Nachdem ich alles im Wagen verstaut hatte, kann es auch losgehen. So denke ich es mir jedenfalls. Der Wagen scheint anders zu denken. Mir wird auch schnell klar warum. Hatte ich doch einfach vergessen die Scheinwerfer auszustellen. Naja, und das es sich mit einer leeren Batterie schlecht starten lässt, weiß man irgendwie. Dazu hab ich noch ganz doof geparkt. Das heißt also kurz warten bis der Fahrzeughalter des Wagens neben mir vom Einkaufen zurückkommt und mir Starthilfe geben kann. Kein Problem. Der Wagen läuft kurze Zeit später wieder und ich mache mich auf in Richtung Bay of Islands. Der Weg nach Russell schlängelt sich die Berge entlang, was zur Folge hat, dass ich ewig brauche um nach Russell zu kommen. Macht nix. Ich hab ja eigentlich keinen Stress. In Russell angekommen, schau ich mich kurz um und gehe auf die Wharf. Dort hängt ein 93,5 kg schwerer Striped Marlin kopfüber von einem Haken. Der gute Fisch sieht recht imposant aus was zahlreiche Touristen dazu animiert Fotos zu knippsen. Gute 2,5 bis 3 m hat der Fisch inklusive Schwert. Wie ich später erfahre, können diese Geschöpfe noch viel größer und schwerer werden. Na dann! Ich gehe rüber zum „Duke“. Das ist das Hotel/Pub in dem Sheena arbeitet und laut eigenem Bekunden der älteste Pub in ganz Neuseeland. Ich geselle mich an den Tresen und befinde mich auch kurze Zeit später im Gespräch mit einem Einheimischen. Eine halbe Stunde später weiß ich dann auch so ziemlich über alles Bescheid. Toll! Sheena hat dann auch irgendwann Feierabend und wir schauen uns mit ihren Kollegen noch ein wenig das „Nightlife“ von Russell an. Am nächsten Tag werden noch schnell Besorgungen gemacht. Ich treffe durch Zufall Merantine wieder. Neuseeland ist ja so klein. Leider hab ich keine Zeit, denn wir machen uns zusammen mit ein paar von ihren Kollegen auf zu einer abgelegenen Campsite irgendwo im Nirgendwo. Kaum was los da in dieser schönen Bucht. Die Sonne scheint und der Ozean ist erstaunlich warm. Toll! Eine lustige Truppe. Da kommt fast Festival Feeling auf. Am 2. Abend steht das Pokerturnier auf dem Plan. Ich rechne mir nicht viel aus. Meine Strategie: aus dem ganzen Hin und Her erstmal schön heraushalten, warten bis sich die Runde dezimiert und auf die richtigen Karten warten. Das klappt ganz gut. Anscheinend hab ich auch heute Kartenglück und den richtigen Riecher für die Situationen. Wenn ich 2. werde, bekomme ich sogar etwas vom Pott. Nur noch 4 Spieler. Sheena spielt Harakiri. Wohl aufgrund dessen, dass sie von Pokern noch nicht so viel Ahnung hat was letztendlich nichts zur Sache tut. Am Ende kommt es zum Showdown zwischen Mike, Sheena und mir. Mike hat Glück und gewinnt. Da Sheena und ich das gleiche Blatt haben, teilen wir uns Platz 2 und freuen uns über ein wenig Bares. Toll! So sind die zweieinhalb Tage campen auch schnell vorbei. In Russell verabschiede ich mich von Sheena. Wir sehen uns wieder. In Canada? Wir werden sehen.
2 Möglichkeiten. Entweder ich fahre weiter Richtung Norden. Dort geht’s zum Cape Reinga. Ein wahrscheinlich einmaliges Fleckchen Natur. Lange Sandstrände und nur Natur. Oder gen Süden. Das würde ab nach Auckland heißen. Auckland heißt für mich good bye Neusseland. Ich entscheide mich für zweiteres. Warum? Eine Bauchentscheidung. Irgendwie fühlt es sich nach Good bye sagen an. Es muss weiter gehen irgendwie. So fahre ich etwas weiter südlich nach Sandy Bay. Hier entleere ich ein wenig das Reisegefährt und trenne Müll von Nicht-Müll. Das hilft ein wenig und macht mehr Platz. Ich weiß aber ganz genau, dass dies nicht der letzte Akt des Entrümpeln ist. Mein ganzes Hab und Gut muss ich noch sortieren und aufteilen. Zuviel Kram hat sich da schon wieder angesammelt. Am nächsten Tag fahre ich noch einmal nach Tutukaka um mir im Dive Shop eine neue Dive-Mask zu kaufen. Ich mache mich ganz gemütlich auf zum Pakiri Beach. Es nieselt leicht. Perfektes Wetter für einen ausgedehnten Spaziergang am Strand. Die Krabben vergraben sich im Sand, während ich den Spaziergang überaus genieße und mir klar wird, dass der Sommer langsam vorbei ist hier. Ja, es ist Zeit weiterzuziehen.
So mache ich mich tagsdrauf weiter gen Richtung Süden auf. Ich will nochmal an der Goat Island halt machen. Leider ist die Sicht unter Wasser alles andere als gut, wie ich von einem anderen Schnorchler erfahre. Hmmm, dann spring ich gar nicht erst rein ins Wasser denke ich mir. Ok, dann eben gleich nach Auckland. Die oberste Priorität für mein Aufenthalt dort, ist das Auto zu verkaufen. Ich will aber nicht gleich direkt in die City fahren. Da kann man eh schlecht parken und campen. Deshalb fahre ich nach Takapuna. Das ist North Shore wie die Locals sagen. Ich schaue mich hier ein wenig um. Im Internet Cafe lerne ich noch einen Kiwi kennen, der ein paar Jahre in Deutschland gelebt hat. Er gibt mir noch ein paar Tipps bzgl. des Autoverkaufs. So fahre ich auch montags Morgen zum Mechaniker meines Vertrauens um ein neues Warranty of Fitness Zertifikat zu erwerben. Das ist quasi so etwas wie der TüV in Germanien. Angeblich super günstig auch! Ich bekomme dort einen Termin für den Nachmittag. Leider bekomme ich keine WoF. Ok, das die Reifen abgefahren waren sind wusste ich selber. Eine andere Sache muss auch repariert werden. Dazu wird noch etwas anderes moniert, was bei der letzten WoF in Christchurch nicht beanstandet wurde. Na toll! Ich versuche mir einen Kostenvoranschlag geben zu lassen. Anscheinend will man mir aber hier so richtig eh nicht helfen. Ich vermute die Werkstatt versucht ihren Kundenstamm ganz koreanisch zu belassen. Egal, fahre ich eben woanders hin. Da es schon kurz vor Feierabend ist, beeile ich mich um noch ein paar Preise zu bekommen. Ich möchte ja auch nicht mehr allzu viel Zeit verlieren hier in Auckland. Aber wenig Erfolg. Alles vertagt sich wohl auf den nächsten Tag. Am Abend fahre ich zu Freddy und Frauke, welche hier schon seit 3 Jahren in Auckland wohnen. Das letzte Mal hatte ich die beiden vor ungefähr 4 Jahren gesehen. Mit nem Packen Bier unterm Arm steh ich dann auch bei den Beiden vor der Tür. Wir schnacken über dies und das, Gott und die Welt. Die beiden bieten mir auch an solange dort zu wohnen, bis ich mein Auto verkauft habe. Das ist super nett! Toll! Am nächsten Tag bin ich wieder in North Shore unterwegs. Mechaniker nerven heißt der Sport den ich hier betreibe. Billig, schnell und am besten sofort ist das Prädikat was ich suche. Bei so einem Hinterhof Schrauber bekomme ich anscheinend günstig gebrauchte Reifen. Na ja, zu mindestens erstmal einen. Den anderen will er bis zum Nachmittag besorgt haben. So versichert er es mir jedenfalls. Bei ner anderen Werkstatt lasse ich die Drive Shaft Couplings reparieren. Kostet ein wenig, aber was will man machen. Nützt ja nix. Danach geht’s wieder zum Reifenfritzen. Mittlerweile hat er nen 2. Reifen. Dummerweise stellt er dann beim Raufziehen fest, dass dieser doch nicht der Richtige ist. Ok, ok, morgen hast du den Richtigen prophezeit er. Ja, ja, denke ich mir. Ich fahre zu nem „Profi“. Kein Problem. Morgen ist der passende Reifen da. Ich willige ein. Am folgenden Tag hole ich mir dann irgendwann den Reifen ab und fahre schnurstracks zur nächsten WoF Werkstatt um das Gefährt einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Verwirrung pur hier. Den Prüfer, den ich vorher bzgl. eines Mängels interviewt hatte, bekomme ich leider nicht. Er hatte mir versichert, dass er dem Auto neue 6 Monate WoF geben würde. Der Mängel sei nicht wirklich für die Sicherheit des Fahrzeugs relevant. Dummerweise bekomme ich einen übereifrigen linientreuen asiatischen Kollegen von ihm als Fahrzeugprüfer. Noch bevor er überhaupt im Wagen sitzt, prophezeit er mir, dass er den Wagen durchfallen lassen wird. Was? Warum? Moment, Moment!Die Sicherheitsgurte fehlen im Rückraum wie er mir mitteilt. Können sie ja auch, da sich dort ja eh keine Sitze mehr befinden. Verwirrung pur in der Werkstatt und dazu ein großes Palaber. Er mosert die ganze Zeit. Er meckert. Ich sitze im Büro und mache das arme Backpacker-No-Money Gesicht. Der Wagen kommt durch. Toll! Mit 6 Monaten TüV lässt sich die Karre auch wesentlich besser verkaufen, so meine Annahme. Jetzt muss ich das treue Reisegefährt nur noch online setzen.
Es ist bereits Donnerstag. Ich fahre in die Stadt um in den Hostels die Advert fürs Auto zu verteilen. Überall sehe ich volle Ordner mit hunderten von Fahrzeugen. Hmmm, so wird das bestimmt nix. Naja, abends gehen ich mit Freddy und Frauke schwimmen. Das Wasser ist nicht mehr das Wärmste. Der Herbst rollt heran. Kein Wunder das momentan so viele Backpacker ihre Autos verkaufen wollen. Die große Reisewelle während des Sommers ist vorbei. Viele reisen jetzt wieder Richtung Heimat und versuchen hier in Auckland ihr Auto loszuwerden. Hoffentlich zieht sich das nicht hin wie in Sydney. Im Internet gibt es kaum Resonanz auf mein Angebot. Abwarten heißt es. Abwarten kann man am bestens in dem man aktiv etwas anderes macht. So fahren wir 3 am Samstag zum Bathells Beach um ein wenig zu surfen.
Frauke und Freddy sind ja halbe Pro´s. Meine Surfexperience beschränkt sich auf mehrere Stunden die kich es mal auf Bali probiert hatte. Wir haben schönstes Wetter. Die Wellen sind aber nicht so ganz wie Freddy es sich erhofft hatte. Groß genug für einen Rookie wie mich. Allein das Rauskommen ist für mich schon ein ganzes Stück Arbeit. Das Longboard welches ich habe erleichtert das nicht unbedingt. Ein paar Tipps von Freddy und ich versuche ein paar Wellen zu erwischen. Ne Welle zu erwischen ist eine Sache, aber diese auch zu stehen ne ganz andere. So haut mir ne Welle einmal glatt das Board unter den Füssen weg und ich mach nen Salto mit miserablen Haltungsnoten. Naja, aller Anfang ist eben schwer. Irgendwann ist aber auch die Luft raus. Pause am Strand. Im zweiten Versuch beschränke ich mich ein wenig mehr auf die kleineren Wellen näher am Strand. Das klappt besser und ich stehe auch ein paar. Später spielen wir noch ein wenig Frisbee am wunderschönen Strand bevor wir uns wieder auf den Rückweg machen. Doch halt! Ohne Autoschlüssel keine Fahrt! Komisch, auch nach mehrmaligem Suchen in allen Taschen finden wir diesen nicht. Eine Suche am Strand bleibt genauso erfolglos. Was tun? Bestimmt liegt er eingeschlossen im Auto. Der Zweitschlüssel liegt wohlbehalten in Auckland. Das ist ne knappe Stunde Autofahrt entfernt. Ich besorge irgendwann nen Werkzeugkasten von anderen Backpackern auf dem Parkplatz. Schwupps, schon hat Frauke mit zwei Schraubendrehern die Tür geöffnet. Wo hat sie das denn gelernt? Trotzdem: kein Schlüssel. Auch nochmaliges Suchen am Strand bleibt ohne Erfolg. Tja, wir brauchen den Zweitschlüssel. Freddy macht sich auf den Weg um nach Auckland zu trampen, den Zweitschlüssel zu holen und mit meinem Gefährt zurück zu kommen. Frauke und mir bleibt nichts anderes übrig als zu warten. Wir vertreiben uns die Zeit mit Kartenspielen. Toll! Als Freddy nach Stunden wieder auftaucht, hat er sogar was zu Essen mit dabei! Toll! Unterm Strich war es ein anstrengender aber wahnsinnig toller Tag. Sehr schön!
Sonntag. Der große Tag, da meine Hoffnungen nun ganz beim heute stattfindenden Ellerslie Car Market liegen. Das ist wahrscheinlich DER Spot zum Auto kaufen und verkaufen in Auckland. Das denken sich aber auch ungefähr hunderte von anderen Backpackern. Fein säuberlich herausgeputzt stehen dutzende von Backpacker Vans schon in Reih und Glied als ich um 8.20 Uhr dort auftauche. Schnell wird mir klar, dass ich mit meinem Wunschpreis viel zu hoch liege. Der Markt startet und die ersten potenziellen Käufer flanieren entlang und inspizieren die Van´s. Schnell wird deutlich, dass die meisten von ihnen „professionelle“ Käufer sind. Sie kaufen im Prinzip die Autos am Ende des Herbst für einen Appel und ein Ei von verzweifelten Backpackern auf, um sie einzulagern und zum Beginn des nächsten Sommers für horrende Summen wieder zu verkaufen. Das ist ganz klar ein Käufermarkt. Man kann sich einen Wagen aussuchen und den Preis bis ins Bodenlose handeln, denn manche Verkäufer wollen 2 Tage später bereits im Flieger sitzen und müssen daher verkaufen. Ich schaue mir ein wenig die Konkurrenz an und rechne mir nicht viel aus. Für viel weniger bieten andere vergleichbares Material an. Ich gehe gleich mal mit dem Preis runter. Eine Israelin 2 Autos weiter erzählt mir, dass sie bereits zum dritten Mal hier ist. Sie ist offensichtlich ganz schön genervt von dem ganzen Prozedere hier. Sie weiß genau, das vermeintliche Händler den Preis bis an die Schmerzgrenze drücken. Mir wird klar, ich kann überhaupt froh sein, wenn ich heute das Auto verkaufen kann. Ich habe mehr Anfragen für die Gitarre, welche ich mit dem Auto verkaufe. Als Lockvogel hatte ich diese vor´s Auto gestellt. Kaum Resonanz. Man sieht auch kaum andere kauf interessierte Backpacker. Selbst nachdem ich den Preis schon 3 mal runtergesetzt habe, ist für mein Auto kein Interesse da. Ich schaue nochmal bei der Konkurrenz vorbei. In den Van´s sitzen halt die Mädels mit absolut verzweifeltem deutschen Einheitslächeln, in der Hoffnung ich sei ein potenzieller Käufer und würde sie von ihrem Leiden erlösen. Nein, ich hab das gleiche Problem. Gegen Mittag ist der ganze Spuk dann auch schon wieder vorbei. Die Israelin verkauft ihren Wagen am Ende an einen Händler der Erbarmen mit ihr hat für ganze 1500 Dollar. Zum Beginn des Sommers ist der Wagen bestimmt 5000 Dollar wert. So kann´s gehen. Die 2 Franzosen neben mir sind eh viel zu teuer. Da haben sie bessere Chancen anderswo zu einer anderen Zeit. Mir wird klar, wenn ich hier nicht nächste Woche wieder auf verlorenem Posten stehen will, dann muss ich den Preis im Internet drastisch senken! Kaum vom Car Market zurück ist das meine erste Handlung. Kurze Zeit später hab ich auch schon Anfragen. Abends passiert mir dann der Fauxpas mit der Festplatte. Da hoffe ich noch auf einen kleineren Defekt. Mal sehen was Freddy sagt, der kennt sich mit sowas doch aus.
Montag. Ich treffe mich in der Stadt mit Arita, Laura und John. Laura fliegt heute heim. Wir sagen tschüss nachdem wir ein nettes Sushi Frühstück hatten und noch ein wenig shoppen waren. Ich fahre zurück. Freddy macht mir wenig später kaum Hoffnungen bzgl. der Festplatte. Na toll. Wenigstens habe ich ernsthafte Interessenten für den Wagen. Ich fahre abends in die Stadt und präsentiere den Wagen. Ein Holländer und eine Lettin. Sie sind gerade angekommen und wollen schnell losreisen. Perfekt. Kurze Zeit später entscheiden sie sich dafür, den Wagen zu kaufen. Toll! Ich bin begeistert! Am nächsten Tag fahre ich zu einem Spezialisten und präsentiere die Festplatte. Man will sehen was man tun kann. Sind die Daten doch noch zu retten? Abwarten. In der Stadt wickele ich den Verkauf des Wagens ab, was eine halbe Ewigkeit zu dauern scheint. Ich verabschiede mich von den beiden. Ich verabschiede mich vom Reisegefährt. Sie fragen mich, ob mich die Verabschiedung emotional berührt. Nein, dieses Mal nicht. Der Wagen hat mich überall hingebracht, darüber bin ich froh. Mehr nicht. Der Wagen hat seine Schuldigkeit getan und damit ist es gut. Ich bin ihn noch für einen relativ guten Preis losgeworden. Toll!
Die Lage an der Festplatten-Front sieht schlechter aus. Es wird Gewissheit: die Platte ist gecrasht. Nicht gut. Wieviel man von den Daten zurückholen kann, weiß man noch nicht. Was es kostet würde, weiß man auch noch nicht. Wie lange es dauern würde, weiß man auch noch nicht. Ich buche einen Flug. Ich kaufe ne neue Festplatte. Die läuft! Und wenn die läuft, dann läuft das ja vom Prinzip her…







