Nein, natürlich hau ich hier noch nicht ab. Soweit kommt es noch, paaaah. Viel mehr begebe ich mich in die Luft. Und das gleich mehrfach. Warum? Na ja, fliegen ist ja nun mal einfach schön, und ich habe Spaß daran, wie auch immer das Fliegen jetzt aussieht. Was hatten die letzten Wochen sonst noch zu bieten? Einiges! Berge zu hauf, Seen so richtig schön blau, und nicht zu vergessen ne ganze Menge Spaß! Doch vor dem Spaß, wurde es nochmal ernst. So ernst, das mir doch ein wenig mulmig wurde. Genau genommen war das so…
Wir schreiben den 24.12.2010. Es ist Heiligabend. Standesgemäß passiert an Heiligabend nicht viel in Neuseeland. Das hängt mit dem englischen Einfluss zusammen. Hier ist der 25. Dezember eigentlich der Tag der richtig zelebriert wird. Das stört uns ziemlich wenig, sodass Jacek und ich uns ausgiebig unserem selbst gebrautem Bier widmen. Danach wird der Abend dann mit einigen Leuten aus dem Hostel in den Clubs am Sol Square beendet. Um es den Einheimischen gleich zu tun, suchen wir uns am 25. ein nettes Plätzchen im Queen Victoria Park direkt am Avon River. Das ist genau der richtige Platz für ein Christmas BBQ. So tummeln wir uns bei bestem Wetter um den Grill und genießen den Tag. Ein toller Tag! Ich schaffe es gegen 2 Uhr in der Nacht ins Bett. 10 Minuten später gab es einen großen Rumms. Ein Aftershock der sich gewaschen hatte. In meiner Zeit in Christchurch hatte ich ja nun schon etliche Aftershocks erlebt, aber dieser war doch sehr intensiv! Das ganze Haus war am wanken. Stromausfall. So viel konnte ich anhand eines kurzen Blickes aus dem Fenster erkennen. Hmmm, ich ziehe mir was Warmes an und schaue nach draußen. Einige Leute sind auf der Straße. Im Hostel sind die meisten vom Beben erwacht. Jeder fragt sich was jetzt. Einige kleinere Shocks folgen in den Minuten darauf. Ich hatte mir in den Tagen zuvor schon so meinen Gedanken gemacht, da es in den letzten 2 Wochen kaum erwähnenswerte Aftershocks gab. Im Stillen dachte ich mir immer, wenn da mal nicht noch etwas Größeres kommt. Naja, Jacek checkt das Gebäude. Alles scheint in Ordnung. Was bleibt einem groß übrig als schlafen zu gehen.
Am frühen Morgen werde ich sanft von kleineren Nachbeben geweckt. Irgendwann ist es auch vorbei mit schlafen. Ich begebe mich in die Dusche. Es gibt nichts Besseres, wie eine Dusche die einen langsam aus dem Land der Träume zurückholt. Etwas Anderes erledigt dies aber in Sekundenschnelle. Ein Nachbeben! Noch mal stärker als das in der Nacht. Der Boden unter mir fühlt sich nicht mehr fest an. Ich werde in der Dusche durch gerüttelt wie ein Astronaut beim Start der Trägerrakete Marke Sojus. Der Strom ist auch weg. Kein Licht mehr. Nur Dunkelheit, warmes Wasser aus dem Duschkopf und die Frage in meinem Kopf was zu tun ist. Ich stelle das Wasser ab und verbrenne mich ein wenig dabei, wie ich versuche den Wasserregler zu finden. Nach einigen Sekunden des Überlegens fasse ich den Entschluss, dass ich auf jeden Fall zu Ende duschen sollte. Warum auch immer. Nach kurzer Zeit werde ich durch Jacek unterbrochen, der von außen Alarm macht. „Seh zu das du da raus kommst“ meint er. Ok, vielleicht sollte ich den Duschvorgang beenden. Aus dem Bad heraus, schaue ich kurz aus dem Fenster. Scheinbar alle Leute aus dem Hostel sind bereits draußen. Und sie sind nicht die Einzigen. Die Straßen füllen sich schnell mit Menschen. Alarmanlagen heulen. Die ersten Feuerwehren bahnen sich lautstark ihren Weg durch das Zentrum Christchurchs. Ja, ich denke es ist Zeit auf die Straße zu gehen. Auf der Treppe liegt auch abgebröckelte Farbe und Putz der von der Decke herunter kam. Anscheinend war das kein einfaches Nachbeben mehr. Einige Fensterscheiben der Shops gegenüber sind zerborsten. In den Gängen neben dem Gebäude sind einige Steine heruntergekommen. In einer Durchgangsgasse sieht es aus, als wenn ein größeres Stück Mauer vom Dach heruntergefallen sei. Zum Glück ist dort gerade niemand durchgegangen, denn das wäre mit Sicherheit böse ausgegangen. Es dauert nicht lange, und die Polzei fängt an Straßen abzusperren. Wir dürfen vorerst nicht zurück ins Gebäude. Nach einiger Zeit kommen Inspekteure um die Schäden zu begutachten. Es sind neue Risse im Mauerwerk zu entdecken und ältere haben sich vergrößert. Nicht gut. Wir dürfen vorerst wieder ins Hostel. Im Hostel sind die Bücher aus dem Regal gefallen. Flaschen hat es nicht mehr im Kühlschrank gehalten. Kurze Zeit Später wird es gewiss. Wir müssen raus. Das Hostel wird auf unbestimmte Zeit geschlossen. Andere Hostels in der Stadt trifft es genauso. Die ganzen kleineren Aftershocks fühlen sich auch nicht gut an. Wie wir kurze Zeit später herausfinden, hatte das Beben eine Stärke von 4,9. Solche starken Nachbeben hatte es vorher auch schon gegeben, nur dieses hatte sein Epizentrum direkt unter Christchurch und nicht 30km weit weg. Es wurde im Nachinein auch nicht mehr als Aftershock gewertet, sondern als neues Beben. Insgesamt hatte es seit dem großen Beben Anfang September über 4000 Nachbeben gegeben. Die meisten buchen sich jetzt im Foley Towers ein. Das ist 2 Blöcke weiter. Ich tue es ihnen gleich. Ist ja nur für eine Nacht. Für den nächsten Tag stehen die Zeichen ja eh auf Abreise.
Der nächste Morgen. Groß packen brauche ich nicht. Ich lebe ja quasi aus dem Auto. Nur schnell Frühstück und nen Kaffee. Unerwarteter Weise bekomme ich Nachricht von Malte. Dieser hatte in der Zwischenzeit einen Job in Tekapo gefunden. Ganz spontan hat er sich aber dazu entschlossen nach Deutschland zurückzukehren. Hals über Kopf. Ganz spontan hatten wir uns kurz zuvor einen anständigen 4WD Marke Mitsubishi zusammengekauft. Das Auto war tip top und der Preis einfach unschlagbar! Was wird nun aus dem Auto? Ich kann ja schlecht 2 Autos gleichzeitig fahren!? Malte kommt abends in Christchurch an. Der Entschluss wird gefasst: das Gefährt muss runter vom Hof! Naja, so verschiebt sich dann wohl meine Abreise aus Christchurch auf unbestimmte Zeit. Wir füllen die Papiere aus und Malte tippt schnell noch eine nette Advert in den Laptop welche er am nächsten Morgen im Internet Cafe ausdruckt. Zufällig parken wir gerade vor einem Hostel. Malte hängt den ersten Zettel auf. Das heißt ich habe ein Hostel weniger am Nachmittag abzuklappern. Toll! Nun aber ab zum Airport. Der Flieger nach Deutschland wird nicht auf ihn warten. Am Airport darf Malte sich noch schön doch gewisse Travel-Visa-Bestimmungen durch kämpfen. Bloß kein Stress! Naja, alles kein Problem. Gepäck aufgegeben und ein letzter Cappuccino auf die Hand. Zeit zum Verabschieden. Wir sehen uns wieder! So viel steht fest! Wo auch immer! See you in a bit mate!
Kaum zurück im Hostel, falle ich aufs Bett. Müdigkeit. Kaum Zeit für Müdigkeit, da ich den Nachmittag verbringen darf die Anzeige fürs Auto zu verteilen. Zudem ist das Wetter auch überhaupt nicht für solche Aktivitäten geeignet. Regen. Schon den ganzen Tag. Dann ein Anruf. Jemand hatte gerade die einzige Anzeige vor Augen, welche wir bis dato verteilt hatten. Toll! 5 Minuten später ist das deutsche Pärchen auch schon da. Hatte ich schon erwähnt, das es hier eigentlich keine Chance gibt KEINE Deutschen kennen zu lernen? Sie sind überall, und ich meine überall. Invasion! Egal.10 Minuten später machen die beiden ne Probefahrt. Der Wagen gefällt ihnen. Ich würde ihn gern verkaufen. Sie wollen den Preis handeln. Ich lasse mit mir handeln. Schnell ist die Summe ausgemacht. Sie sind glücklich so einen tollen Wagen für wenig Geld erstanden zu haben. Ich bin glücklich den beiden ein erstklassiges Auto verkauft zu haben und dabei noch 500 Dollar Gewinn gemacht zu haben. Nur so geht’s! Toll! Damit habe ich den Nachmittag frei und darf den Regen meiden.
Tags drauf bekomme ich das Geld fürs Auto. Toll! Ich mache letzte Besorgungen in der Stadt. Abends heißt es schon Abschied nehmen von denen, die ich am Morgen nicht mehr sehen. Aber ich komm ja nochmal nach Christchurch zurück, also alles halb so wild. Am Morgen setze ich Kathi und Florian (GER) am Rande der Stadt ab. Sie wollen nach Queenstown hitchhiken um dort Silvester zu feiern. Es ist ja auch schon der 30. Dezember. Wo feiere ich Silvester? Hmmm, keine Ahnung. Ist für mich zu diesem Zeitpunkt auch noch völlig unwichtig. Ich mache mich hingegen auf den Weg übers Land in Richtung Lake Tekapo. Auf dem Weg halte ich um einen kleinen Walk am Rakaia Gorge zu machen. Ja, es fühlt sich gut an, nach über 3 Monaten in Christchurch wieder auf der Straße unterwegs zu sein. Hin und wieder halte ich um Fotos zu knippsen. Irgendwo auf dem Weg sehe ich auch wieder Kathi und Florian. Ganz so weit haben sie es noch nicht geschafft. In Tekapo angekommen bin ich ganz beeindruckt von der blauen Farbe des Sees welche von Gletscherpartikeln herrührt. Toll! Nun geht’s hinauf auf den Berg zur Sternwarte. Von hier oben gibt’s nen coolen View zu allen Seiten. Cool! Da es langsam spät wird suche ich mir ne freie Campsite direkt am See. Essen. Schlaf.
Es ist der 31. Dezember 2010. Während die Freunde in der Heimat schon wissen, dass sie sich durch unglaubliche Schneemassen und Kälte mit dem Zug nach Polen durch kämpfen werden um dort Silvester zu feiern, habe ich noch keinen Plan. Hmm, also warum nicht auch nach Queenstown? Kathi, Ben und Chris (GER) sind ja auch schon da. Ok, einen Capuccino auf die Hand und ab geht’s. Der Weg ist absolut einmalig. Über den Lindis Pass arbeite ich mich langsam in Richtung Queenstown vor. Herrlich! Ich mag diese Landschaft einfach! Wenn die Berge noch etwas Schnee auf den Gipfeln hätten, das wäre glatt die Krönung. Naja, auf manchen Gipfeln schafft der Schnee noch an einigen Ecken sich vor der Sonne zu verstecken, welche mit einer ungeheuren Kraft dank Ozon Loch da nieder brennt. Die Gegend um Queenstown ist dank der Remarkables absolut stunning! In Queenstown angekommen, schaue ich mich kurz um, bevor ich mich mit den anderen treffe. Diese kleine Örtchen ist ja DAS Mekka aller Adrenalin-Junkies. Im Winter Ski und Snowboard Hochburg, im Sommer steigert sich das Ganze mit Skydiven, Hanggliding, Jet Boats, Bungee, Rafting und und und. Es gibt glaube ich nichts, was man hier nicht machen kann. So ist die Stadt auch proppenvoll mit Partyvolk, welches den Start ins neue Jahr gerne in dieser Party-Hochburg zelebrieren möchte. Hostels und sonstige Unterkünfte sind schon seit Wochen ausgebucht! Wie der Zufall es so will, haben Kathi und Flo beim Trampen einen Maori kennen gelernt, der ihnen spontan sein kleines Häuschen zur Verfügung gestellt hat. Einfach so auf Vertrauensbasis. For free natürlich. Nur so geht´s! So finden wir uns alle kurze Zeit später in einem kleinen Holzhäuschen am Berghang wieder. Der Blick über Queenstown ist nicht zu verachten. Toll! Darauf einen netten Rotwein. In geselliger Runde zieht die Dunkelheit langsam heran. Der Himmel färbt sich orange/rot/violett während wir weiter den einmaligen Ausblick genießen. Um Mitternacht schauen wir uns das Feuerwerk von oben an. Danach geht’s in die Stadt zum Feiern. Auf dem Weg legen wir kurze Stopps für diverse Fotosession´s ein. Wir kommen bis zum ersten Pub. Kurzentschlossen zeige ich den anderen Gästen der Lokalität wo der Tanzhammer so hängt. Ein paar Pints des billigsten Bier helfen dabei ungemein. Irgendwie ist dann auch schon wieder alles vorbei. Zeit nach Hause zu gehen.
Neues Jahr, neues Glück! Was für ein Glück, dass wir nix zu tun haben außer zu regenerieren! Toll! Abhängen und relaxen bevor es weiter geht. Jepp, raus aus Queenstown. Der Aufenthalt in Städten bekommt erfahrungsgemäß meiner Geldbörse nicht so gut. So machen wir uns auf den Weg in Richtung Glenorche. Lake Sylwan. Camp aufbauen, Regenplane spannen, kochen, relaxen. Die Gegend soll nett sein. Ist sie auch. Wir machen nen Walk zu einem netten See am nächsten Morgen. In der Nacht hatte es aus Gießkannen geschüttet, sodass der Weg durch den Wald eher einer Sumpflandschaft gleicht was ich ziemlich cool finde. Abends geht es zurück nach Queenstown. Auf dem Weg kann man Spots bewundern, an denen man Sequenzen zu den Herr der Ringe Filmen gedreht hat.
Für den nächsten Tag steht dann die endgültige Abreise aus Queenstown auf dem Programm. Mit Ben und Chris will ich mich auf den Weg zum Milford Sound machen. Kathi wird zurück nach Christchurch trampen. Bis zum Milford Sound ist es ne ganze Ecke. So machen wir uns auch recht früh auf um entlang der Remarkables weiter nach Te Anau zu fahren. Einfach herrlich! Die Sonne fängt an langsam empor zu steigen und sich ihren Weg in die Täler zu bahnen. An den Hängen sieht man noch die Überbleibsel der Nacht in Form von weißen Dunstwolken welche tief in den Tälern hängen. Dazu herrscht kaum Verkehr, was sich aber immer mehr ändert, je mehr wir ins Fjordland vorstoßen. In Te Anau wird nur kurz aufgetankt. Dazu einen Capuccino auf die Hand und weiter geht’s. Die Strecke von Te Anau zum Milford Sound ist einfach atemberaubend! Die Berge ragen immer höher in den wunderschön blauen Himmel. Wir cruisen entlang des Eglington Rivers durch die Täler. Überall sieht man kleine Wasserfälle die recht steile Felsformationen hinunter stürzen. Eine wahnsinnig tolle Ecke mit eindrucksvollen Views. Die Straße schlängelt sich entlang der Berge. Ich genieße das total! Kurz vorm Milford Sound kommen wir durch einen super schlecht beleuchteten Tunnel. Von der Decke heruntergefallene Gesteinsformationen lassen sich nur sehr schwer erkennen. Alles gut auf der anderen Seite. Direkt hinterm Tunnel ist ein Parkplatz. In einem circa 300 Grad Winkel um uns herum ragen die riesigen Felswände fast senkrecht hunderte Meter empor. Beeindruckend! Das kleine Örtchen am Anfang des Milford Sounds besteht quasi nur aus einem Café, einem Flugplatz, der Fähranlegestelle und ein paar Unterkünften. So finden wir uns kurze Zeit später auch auf einem der Touristenkähne wieder um uns durch dieses einzigartige Stück Natur schippern zu lassen. Wie fahren mit dem Schiff bis unter die Wasserfälle. Wer jetzt Angst um sein Fotoequipment hat, sollte sich lieber drinnen aufhalten. Toll! Ich knippse fleißig und dann ist der Spaß auch schon wieder vorbei. Wir machen uns auf den Weg zur nächsten Campsite. Wir werden fündig auf einer idyllisch an einem Bergbach gelegenen Campsite. Hier mache ich auch erstmals mit den berüchtigten Sandflies Bekanntschaft. Ich hatte bis dato nur von diesem Geschöpf gehört. Nun wird mir klar warum fast jeder aufgekratzte Bein hat. Diese Biester beißen einen fast so dass man es gar nicht mitbekommt. Der Biss hinterlässt dann ungefähr 2 bis 3 Tage einen Juckreiz dem ich kaum widerstehen kann. Ich kratze was das Zeug hält. Diese Biester sehen eigentlich ganz harmlos aus. Fast wie eine Fruchtfliege. Aufgrund des Juckreizes den sie hinterlassen würde ihnen das Gewand der räuberischen Gallmücke aber wesentlich besser stehen. Aber egal, wäre ja noch schöner wenn ich mich irgendeinem Insektenkodex unterwerfen würde. Paaaah!
Am Morgen steht Körperpflege im Bergbach auf dem Programm. Sehr kalt, aber ich bin dann definitiv wach. Wir machen uns auf den Weg zurück nach Te Anau. Hier trennen sich unsere Wege vorerst. Ben und Chris werden weiter Richtung Süden fahren, während ich in Te Anau bleibe. Ich würde hier super gerne einen Scenic Flight über den Doubtful Sound machen. Der ist größer als der Milford Sound und wesentlich unzugänglicher. Nur ein Problem: das Wetter. Die Prognose für die nächsten 2 Tage sieht nicht berauschend aus. Naja, das würde heißen ich muss warten. Ich entschließe mich dazu einfach auf besseres Wetter zu warten. Einen anständigen Scenic Flight hatte ich schon lange auf meiner Liste. In Australien hatte ich schon ein paar Mal mit dem Gedanken gespielt, aber immer wieder auf Neuseeland verschoben. Diesmal soll es sein, vor allem wegen der absolut beeindruckenden Landschaft. So suche ich mir dann auch die nächstgelegene Campsite. Sehr schön in einem Wald direkt am Lake Te Anau gelegen. Abends wird der Wind dann auch immer stärker und ein kleiner Sturm zieht auf. Morgens ist es immer noch recht stürmisch, dafür kommt die Sonne hin und wieder raus. Bei dem ganzen Wind wage ich das Abenteuer einer Dusche. Meine Campingdusche wird anhand eines Seils an einem Ast befestigt. Bäume gibt’s ja genug, denn ich bin ja quasi im Wald. Andere Camper haben sie Campsite schon am frühen Morgen verlassen. So stehe ich dann nackt mitten im Wald und versuche meinen Körper mit Wasser zu benetzen, welches der Wind so ziemlich in alle Richtungen versprüht. Naja, irgendwie funktioniert das schon. Halb fertig mit der Hygieneprozedur werde ich dann noch von einem ankommenden Auto gestört. Habt ihr euch schon mal nackt im Wald hinter einem Baum versteckt? (ehrlich gesagt, glaube ich der ein oder andere von euch bestimmt schon, aus was für Gründen auch immer
Naja, frisch gestriegelt und gebügelt sieht die Welt wieder ganz anders aus. Auf nach Te Anau um den Tag mit Internet und sonstigem zu vertrödeln. Für übermorgen ist perfektes Wetter vorhergesagt. Toll! Der folgende Tag sieht ungefähr genauso aus. Gegen Abend wird das Wetter wieder besser. Dieser See ist einfach eine großartige Kulisse. Die Berge im Hintergrund, welche mit den Wolken spielen. Ich sitze direkt am Ufer und lasse speziell ausgewählte Steine über den See dittschen. Herrlich!
Samstag. Es ist 6.30 Uhr am Morgen. Kaum Wind. Die Sonne kriecht gerade hinter den Bäumen hoch. Der See ist fast spiegelglatt. Kinners wat is dat schön! Ja, ja, ja! Wenn heute kein Flugwetter ist, dann weiß ich auch nicht! Ich fahre von der Campsite nach Te Anau. Als erstes steht die Morgentoilette an. Die große öffentliche Toilette hat leider noch nicht geöffnet. 2 Außentoiletten gibt es aber. So sitze ich kurze Zeit später auch in einer diesen und mache so meine Geschäfte. Komischerweise reißt kurze Zeit später ein älterer asiatischer Herr die Tür auf und entschuldigt sich spontan. Hatte ich die Tür nicht richtig verriegelt? Ist das Schloß kaputt? Draußen ist nun ein riesiger Tumult. Der Herr von eben erklärt nun auf koreanisch seiner ganzen Reisegruppe was gerade passiert ist. Toll! Riesiges Gelächter draußen. So schnell wird man zum Gesprächsthema koreanischer Reisegruppen. Ich beende meine Geschäfte und komme heraus. 2 ältere koreanische Ladys warten bereits außerhalb in einem Abstand von 5 cm zur Tür als ich diese öffne. Anscheinend können sie nicht mehr wirklich lachen, weil ich ihre Blase vermutlich drückt und husch sind die beiden auch schon drin. Naja, bloß weg hier denke ich mir, während hinter mir immer noch in koreanisch getuschelt und gekichert wird. Keine Zeit für so was. Einen Capuccino auf die Hand und ab zum Wasserflugzeug, welches direkt am Pier auf dem See liegt. Allan, der Pilot, sagt mir, das wir mindestens noch 2 weitere Passagiere bräuchten um zum Doubtful Sound abheben zu können. Hmmm, das kann sich also noch den ganzen Tag hinziehen denke ich mir. Er notiert sich meine Nummer. Er wird die Buchungsagenturen anrufen und horchen ob es weitere Interessenten gibt. Ok, dann geh ich mal bummeln und warte. 5 Minuten später klingelt aber schon mein Telefon. Allan. Er hat ein Pärchen das mitkommt. Toll! Ich knippse schnell ein paar Fotos vom Flugzeug und dann sitzen wir auch schon drin. Ich darf vorne sitzen. Die vielen Knöpfe im Cockpit laden zum Draufdrücken ein. Lieber nicht. Ich hab auch gar keine Zeit, da ich meinen Rucksack irgendwie im engen Cockpit verstauen muss und mein Fotoequipment einsatzbereit halten muss. Der Propeller dreht sich bereits. Wir gewinnen an Geschwindigkeit und heben ab vom Lake Te Anau. Es ist perfektes Wetter! Strahlend blau, und in den Bergen tummeln sich ein paar Wolken. Wow! Wir düsen durch die Berge und fliegen Richtung Westen. Diese einmalige Landschaft sieht von oben noch viel besser aus! Ein absolut tolles Gefühl an den Bergkuppen vorbei zu segeln. Wir sehen die Seitenarme des Lake Te Anau, bevor wir über den riesigen Doubtful Sound hinweg fliegen. Das Alles sieht einfach so unglaublich toll aus! Die Sonne spiegelt sich auf dem Wasser. Hin und wieder kann man ein kleines Segelboot entdecken. Hier sieht es wirklich nach Natur pur aus! Wir drehen um und machen uns auf den Rückweg. Der Sonne entgegen. Nur minimal über den Wolken. Trotzdem ist das Freiheitsgefühl momentan fast grenzenlos. Reinhard Mey würde glatt die hohe E-Saite reißen, wenn er den Anblick der sich mir nun bietet sehen könnte. Ein Wolken-Flickenteppich aus dem die Gipfel wie über alles erhabene Giganten der Zeit hinausragen. Wahnsinn! Ich knippse was das Zeug hält. Dann sind wir auch schon fast zurück. Wir sind bereits im Tiefflug über dem See entlang der Bäume. Ein herrliches Gefühl. Leider nur 40 Minuten lang. Nun bin ich auch um 300 Dollar ärmer, dafür aber um 400 Bilder reicher. Nur so geht’s! Alles Andere macht ja auch gar keinen Sinn! Mit einem dicken Grinsen steige ich aus und bedanke mich bei Allan. Was für ein tolles Erlebnis!
Ich mache mich auf den Weg Richtung Süden. Ein kurzer Fotostopp am Lake Manapouri und weiter geht’s. Dann geht’s eine ewig lange Gravel-Road zum Lake Monowai. Eine wunderschöner See! Leider bleibt nicht viel Zeit zum genießen, denn ich muss weiter zum Lake Hauroko, welcher der tiefste See Neuseelands ist. Dort bin ich fast allein. Ein kurzes Bad im kühlenden klaren Wasser ist toll! Hier könnte man es ne Weile aushalten. Leider muss ich ja weiter, denn auf dem Tagesprogramm steht noch ein Walk zum Humpridge-Track. Dort will ich zu mindestens hoch zum Hump laufen um über die ganze Bay schauen zu können. Leider finde ich den richtigen Shortcut nicht und die Zeit bleibt ja auch nicht stehen. Deshalb skip ich das spontan auch. Mittlerweile bin ich an der Südküste der Südinsel angekommen. Hier sieht man jetzt überall die Winding-Trees, welche alle fast oberhalb des Stamms in einer horizontalen Weise wachsen. Der über den Ozean kommende Wind machts möglich. Dann bekomme ich ne SMS von Chris. Sie sind auf nem Free-Campsite bei Monkey Island. Kurze Zeit später sehe ich auch schon das Schild für die Abzweigung zur Monkey Island. Die gucken nicht schlecht, als ich plötzlich neben ihnen parke. Es wird gekocht und die Ereignisse der letzten Tage ausgetauscht. Zum Sonnenuntergang geht’s rüber zur Monkey Island. Anschließend sitzen wir noch mit David (US) aus Ohio und unterhalten uns über Gott und die Welt. Er erzählt uns, von dem Sponsorship seiner Schaffarm in Ohio, welche ihm den Trip ins Schafmekka nach Neuseeland ermöglicht hat. Toll! Was es nicht alles gibt! Schlaf.
Die Nacht war kalt. Gut das die Sonne auch schon morgens um 8 hier einem ganz schön einheizen kann. Ohne Sonnencreme geht nichts. Zu intensiv! Wir fahren nun in Richtung Invercargill. Nur ein kurzer Zwischenstop, bevor wir uns zum Slopy Point begeben. Das ist der südlichste Punkt der Südinsel. Wenn es Stewart Island nicht geben würde, dann wäre es auch der südlichste Punkt Neuseelands. Dafür gibt es hier in der Nähe die angeblich südlichste Bar der Welt. Dafür fahren wir nach Tokanui und genießen ein kühles erfrischendes Bier. Dann geht’s auf ne Camp-Site zum Nächtigen. Für den nächsten Tag steht als erstes die Curio Bay auf dem Plan. Dort kann man versteinerte Bäume bei Ebbe begutachten. Dann fahren wir weiter zum Nugget Point wo ein Leuchturm am Ende eines hohen Cliffs steht. Von hier oben kann man wunderbar die raue Küstenlandschaft bewundern. Dazu sieht man unten im Wasser die Robben schwimmen, welche den Nugget Point ihr zu Hause nennen dürfen. Weiter geht’s nach Dunedin. Wir wollen uns nicht lange aufhalten und begutachten nur die angeblich steilste bewohnte Straße der Welt. So steht sie zu mindestens im Guinness Buch der Rekorde. Ganz schön steil und auch gut besucht. Der ein oder andere quält sein Gefährt den Berg hoch. Wir laufen hoch und knippsen Fotos. Nächster Punkt der Tagesordnung sind die Maoreki Boulders ein Stück weiter die Küste hoch. Leider ist die Sonne auch nicht mehr wirklich zu sehen, weshalb wir leider keine schöne Sonnenuntergang Fotos dort bekommen. Egal. Weiter nach Oamaru. Hier gibt es 2 Pinguin Kolonien zu bewundern. Einmal die Blauaugenpinguine, welche man nur gegen Eintritt durchs Pinguin-Center anschauen darf. Fotografieren ist nicht erlaubt. Das sparen wir uns also und fahren zu Gelbaugenpinguin Kolonie. Die Gefährten kommen gerade aus dem Meer zurück an den Strand. Toll! Einen können wir sogar aus nächster Nähe beim Gefieder putzen beobachten. Zum Übernachten fahren wir nach Herbert. Leider finden wir die Campsite nicht auf Anhieb, so dass wir in den Bergen über die Feldwege im Nebel umher irren. Ein bisschen Walter Röhrl Rally feeling kommt auf.
Die Wetterprognose für die nächsten Tage sieht nicht so prickelnd aus. Ich überlege direkt von Oamaru nach Christchurch zu fahren um meinen Zwischenstopp einzulegen. Die beiden überreden mich aber mit rüber nach Wanaka zu fahren. Da wollte ich ja sowieso noch hin, also warum nicht auch gleich jetzt. Wider Erwarten wird das Wetter auf dem Wege plötzlich auch richtig gut. Strahlender Sonnenschein lässt das Reiseherz gleich wieder höher schlagen. In Wanaka angekommen, springen wir als erstes in den See! Was für eine willkommene Abkühlung! Herrlich! Danach gehen wir ins Visitor Center. Chris würde hier in Wanaka gerne nen Skydive machen. Hmmm, klingt gut! Wollte ich ja auch irgendwie machen denke ich mir. Die Kulisse hier ist dafür natürlich perfekt! Leider ist das Wetter etwas grau. Wir entscheiden uns mal am nächsten Morgen das Wetter anzuschauen um dann Entscheidungen zu treffen. Direkt in Town-Nähe ist nen richtig schöner Campingplatz direkt am Fluss. So schauen wir auch Tags darauf gleich als erstes wieder ins Visitor Center und checken unsere Optionen. Für den folgenden Tag soll es wieder besser werden, aber der Wetterbericht hier ist hier ja auch nur so aktuell wie die Zeitung von gestern. Egal. Wir reservieren uns nen Sprung im Laufe des Vormittags. Absagen kann man immer noch. Danach gibt’s Frühstück und wir fahren in die Puzzling World. Hier laufen wir zuerst den Irrgarten ab, welcher doch nicht so einfach zu meistern ist. Nachdem wir das gemeistert hatten, ging es rein und wir konnten uns ein paar optische Täuschungen anschauen. Nett. Danach muss ich mal Wäsche waschen. Wie gut, dass neben dem Laundry gleich das Base Hostel ist, wo wir uns mal schnell ne Dusche erschleichen. Wir lassen den Abend bei schönstem Sonnenschein auf dem Campingplatz ausklingen. Aber eine Sache war da ja noch. Hatte ich mich gedanklich damit eigentlich schon auseinander gesetzt in ungefähr 12 Stunden aus einem Flugzeug zu springen? Ähmmm, nein. Ich belasse es auch dabei. Dafür ist morgen früh noch genug Zeit. Ich füttere lieber die Enten.
Donnerstag Morgen. Der Alarm des Handys weckt mich. Ich schaue aus dem Fenster. Perfektes Wetter. Das heißt soviel wie das ich in Kürze im freien Fall auf die Erde zustürzen werde. Hmmm, sollte ich mir Gedanken machen? Nein, lieber nicht. Immerhin ist heute ja auch Donnerstag der 13. und nicht Freitag. Das passt schon alles. Ein kurzes Frühstück. Wir fahren zum Airport außerhalb der Town. Wir kommen dort an und die ersten Skydiver landen gerade. Sie kreischen, schreien, jubeln. Mag das heißen ihnen hat es gefallen? Ich denke schon. Wir bekommen ein Briefing. So wird’s gemacht. Aha. Danach geht’s rein in den Springer Anzug. Dann lerne ich meinen Skydive-Master kennen. Uros heißt er und ist gebürtiger Serbe. Nicht allzu groß der Bursche dafür sieht er aber durchtrainiert aus. Markantes Gesicht. Der war bestimmt mal bei der Armee in der speziellen Spezialtruppe im Einsatz, denke ich mir jedenfalls. Wenn dich einer heile runter bringt, dann wohl er. Dann hält mir auch schon Kameramann Adriano ne Kamera ins Gesicht. Ein paar Grüße nach Deutschland soll ich übermitteln. Naja, ich bin nicht so der Actor vor der Kamera. Vor allem nicht, weil mir langsam bewusst wird, auf was ich mich da eigentlich eingelassen habe. Aber irgendwie will ich es ja und deshalb versuch ich das alles zu genießen. Das Flugzeug fährt vor. Wie in einem Hollywood Blockbuster bewegen wir uns zum Flugzeug. Alles läuft wie in Zeitlupe und ich bin mir sicher das wir gleich abheben und dann irgendwie die Welt retten. Kein Problem, mach ich doch gerne! Noch ein kurzer Schnappschuss für die Kamera und dann sitzen wir auch schon drin. Adriano schließt die Schiebetür während wir uns immer schneller werdend über die Startbahn bewegen. Wir heben ab. Ich bin ganz relaxed und bewundere die wunderschöne Landschaft draußen. Der Lake Wanaka leuchtet so schön blau während die Berge drum herum gen Himmel zeigen, wo für mich gleich der ultimative Thrill beginnt. Zwischendurch darf ich immer noch ein paar nette Worte in die Kamera sagen und mich darin üben einfach relaxed zu sein. Die Sicht ist grandios. Man kann sogar Mt. Cook sehen und den Ozean. Die weißen Gipfel zu sehen beruhigt mich ungemein.
Doch dann plötzlich wird es ernst. Wir sind nahe der Absprungzone. Mittlerweile hatte mir Uros nochmal alle Gurte festgezogen und überprüft. Ich ziehe meine Kappe auf und die Handschuhe an. Dann öffnet Adriano die Schiebetür und plötzlich wird es ganz schön windig im Innenraum des Flugzeugs. Hui! Dann fängt er an, langsam aus aus dem Flugzeug zu klettern. Toll, denn das heißt wohl soviel, dass ich der erste bin der hinunter darf. Jetzt fängt das Herz langsam an zu pochen und der Puls wird schneller. Nachdenken? Worüber? Überhaupt nicht möglich. Ich sehe nur, dass die Erde ganz schön klein von hier oben aussieht. Bevor ich auch nur darüber nachdenken kann, wie ich mich zusammen mit Uros nun Richtung Tür bewegen kann, sitze ich auch schon halb draußen. Wow, tief durchatmen! Uros arbeitet sich langsam an die richtige Absprungposition heran. Ich verharre schon seit Sekunden in der vorgeschrieben Haltung. Gleich muss es losgehen denke ich mir. Hoffentlich geht es schnell, denn ich möchte nicht ewig so verharren. Doch bevor ich das auch nur zu Ende denken kann, kippen wir nach vorne in den freien Fall. Die nächsten 3 Sekunden sind der absolute Wahnsinn. Freie Fallbeschleunigung. Wir drehen uns dabei ein oder 2 mal um uns selbst. Ich weiß weder wie mir geschieht, und meine vorgeschriebene Fall-Haltung habe ich auch längst vergessen! Ich weiß nur, dass ich falle und das fühlt sich absolut abgefahren an. Nach den ersten 3 Sekunden haben wir bereits eine stabile Fall-Position eingenommen. Mein allgemeines Befinden ist nun ein ganz anderes. Vom Fall-Gefühl gar keine Spur mehr. Man bewegt sich nun wie auf eine Art Luftkissen Richtung Erde und das fühlt sich sehr komfortabel an. Ich realisiere nun, dass mir dieses Gefühl absolut gefällt und ich es mir auch ganz anders vorgestellt hatte. Nun habe ich Zeit schön in die Kamera zu grinsen und meine Freude zum Ausdruck zu bringen, denn Adriano fällt nun ungefähr 2 Meter vor meiner Nase mit der Kamera auf dem Helm zusammen mit uns. Dieses Gefühl ist absolut großartig. Wenn es nicht ganz so windig wäre, würde ich jetzt glatt einen Cappuccino auf die Hand nehmen.Vermutlich nicht so einfach bei ungefähr 200km/h Fallgeschwindigkeit. Es ist so toll, dass ich noch während des Fallen darüber nachdenke gleich nochmal zu springen. Beim Fallen schaue ich mich um und versuche den Ausblick zu genießen, was aber Aufgrund des absolut umwerfenden Gefühls des Falls zur Nebensache wird. Dann ist der Spaß plötzlich auch schon wieder vorbei. Durch einen Ruck wird mir klar, dass die 45 Sekunden freier Fall jetzt vorbei sind und sich soeben der Fallschirm geöffnet hat. Plötzlich ist kein Windgeräusch mehr zu Hören und wir scheinen in der Luft zu stehen. Toll! Uros fragt mich ob es mir gefallen hat. Oh ja, das hat es, und wie! Er dreht ein paar Kreise, bei denen ich Schwierigkeiten habe die Orientierung zu behalten, und bringt uns ganz schön zügig herunter. Wir landen. Whooohooo! War das geil!? Glückshormone en masse! Dann kommt auch schon Chris runter! Wir klatschen ab. Ich hab nen richtig dickes Grinsen im Gesicht, welches ich nicht unterbinden kann. Warum auch? Wir chillen nun ein bisschen. Herunterkommen vom Herunterkommen. Wir warten noch bis unsere DVD´s fertig gebrannt sind und machen dann die Fliege.
Wohin geht’s jetzt? Westküste natürlich! Dort herrscht angeblich meistens schlechtes Wetter. Wir scheinen Glück zu haben, denn die Sonne bleibt uns auch treu, je weiter wir uns nach Westen durch den Lewis-Pass vorarbeiten. Die Fahrt durch den Pass ist atemberaubend. Entlang der riesig breiten Flussbetten zu cruisen ist einfach nur herrlich! Der Wind peitscht dabei Sand durch das Tal und schafft so eine einmalige Atmosphäre. Bevor wir an der Westküste ankommen, machen wir Halt an den Blue Pools. Ein kurzer Walk und wir befinden uns auf riesigen Hängebrücken, die über ein breites Flussbett führt in dem sich ein strahlend blauer Fluss seinen Weg bahnt. Das Wasser ist so klar und sieht so einladend aus, das wir gar nicht anders können, als dort hinein zu springen. Wie Ben schnell feststellt handelt es sich hier um absolutes Kopfschmerzwasser. So kalt, dass einem sofort nach dem Auftauchen der Kopf schmerzt. Danach schnell raus und ab in die Sonne. Dort ist es nun super warm, da der Kreislauf ganz schön in Bewegung gekommen ist. Wir machen noch einen kleinen Steine-Aufdittsch-Wettbewerb. Ben ist unschlagbar. Gute Technik und er weiß welche Steine man braucht. Damn it! Ja, so schmeckt der Sommer!
Wir schaffen es bis zum Fox Glacier. Einer der Attraktionen an der Westküste. Zufälligerweise weiß ich, das hier Macarena und Angelita (CHL) arbeiten. Ich frage mich kurz durch und finde kurze Zeit später Macarena beim Arbeiten, welche nicht mit mir gerechnet hat. Überraschung gelungen. Wir verabreden uns für den Abend im Café gegenüber. Toll! Ich buche noch schnell einen Full-Day-Walk auf den Gletscher, da morgen das Wetter unschlagbar ist und ich unbedingt auf den Gletscher will! Wir suchen uns dann einen netten Spot am Fluss zum Campen. Während wir essen und den Sonnenuntergang genießen, lösen sich auch die Wolken in den Bergen langsam auf und geben den Blick auf den Gletscher und Mt. Cook frei. Toll! Danach fahren wir in den Ort um die Mädels zu treffen und denn neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Dann ist auch schnell Schlafenszeit, denn morgen wird ein langer Tag.
Ich wache auf. Bestes Wetter wie prophezeit! Toll! Kurzes Frühstück und dann zurück in den Ort zum Treffpunkt. Die Jungs vertreiben sich den Tag auf eine andere Weise. Es gibt ne kurze Einweisung und dann sitzen wir auch schon im Bus zum Gletscher. Dort hiken wir dann ne Stunde bis zum Eis, wo wir unsere Eis-Steigeisen anlegen. Wir wollen ja nicht ausrutschen und in eine der zahlreichen Gletscherspalten rutschen. Am unteren Ende des Gletschers kann man sehr schön sehen, wie viel Steine und dergleichen das Eis transportiert. Momentan dehnt sich der Gletscher wieder aus. Ungefähr 21 cm pro Jahr. Wir klettern nun wild auf dem Eis umher. Unser Guide findet einen netten Eistunnel durch den wir dann durch krabbeln dürfen. Das nächste Highlight ist dann eine Gletscherspalte, die gerade breit genug ist um durchzulaufen. An den Wänden läuft das Schmelzwasser herunter und formt das Eis ganz glatt. Überall kann man auch Löcher entdecken, die vom Schmelzwasser geformt wurden. Wir finden noch einen Eistunnel durch den wir klettern dürfen. Toll! Irgendwann begeben wir uns dann auch auf den Rückweg. Den ganzen Tag in der prallen Sonne herumlaufen ist doch ganz schön anstrengend. So bin ich dann auch froh, als wir endlich wieder zurück sind. In unserem Fluss wo wir campen, gibt es nun erstmal ein erfrischendes Bad. Ich treffe die Jungs wieder. Es wird gekocht, bevor es wieder zurück in den Ort geht um nochmal mit Maca und Angelita zu feiern. Zufällig sind Stephane (FRA) und Lucy (BRA) die ich noch aus Christchurch kenne auch zugegen. Toll! Die 2 Mann Band gibt alles. Leider mangelt es ein wenig an den Gästen. Naja, dieses Mikrovinz Örtchen ist nun mal keine Party-Hochburg. Egal. Am nächsten Tag schauen wir uns noch den Franz-Josef-Gletscher an, bevor wir weiter nach Hokitika fahren. Hier schauen wir uns kurz um, bevor wir uns ne nette Campsite an einem See suchen.
In der Nacht fängt es dann auch an zu regnen und das berüchtigte West-Coast-Wetter hat uns erreicht. Hmm, wie geht’s weiter? Sollte ich mit den Jungs weiter die Westküste hochfahren? Und das bei ganz bescheidenem Wetter? Ich fasse den Entschluss von hier aus zurück nach Christchurch über den Arthur´s Pass zu fahren. Ich verabschiede mich von den Jungs. Ne schöne lustige Zeit hatte ich mit den beiden! Vielleicht sehe ich die beiden ja nochmal wieder, wer weiß!? Kaum erreiche ich den Arthur´s Pass, ändert sich das Wetter von nieselgrau in sonnigblau. Toll! Ich mache dann einen kurzen Stopp in Castle Hill. Hier kann man ein paar beeindruckende Gesteinsformationen bewundern, welche gerne von Rock-Climbern genutzt werden. Zurück in Christchurch stelle ich fest, dass es im Foley Towers kein Bett mehr frei ist. Hmm, naja, eine Nacht mehr oder weniger im Auto ist auch egal. Ich treffe mich mit Kathi, Jacek und Sheena auf ein Glas Wein. Schön irgendwie wieder „zu hause“ zu sein. Am nächsten Tag checke ich dann im Foley Towers ein. Eine ordentliche Dusche und ne anständige Rasur stehen ganz oben auf meiner to-do-Liste. Danach geht’s straight zum Frisör. Abends freue ich mich dann viele der Crew aus dem Coachman wieder zutreffen, welche fast geschlossen ins Foley Towers umgesiedelt sind, nachdem das Coachman ja geschlossen wurde. Abends genieße ich das Wiedersehen bei frisch gebackenem Brot mit Blue-Cheese. Hin und wieder gibt’s auch ein Nachbeben. Welcome back. Den folgenden Tag sitze ich ungefähr 15 Stunden vor dem Netbook um mich um meine Bilder der letzten 2 Wochen zu kümmern. Diverse Tassen Kaffee helfen dabei. Anstrengend. Mit JooJoo treffe ich mich Tags darauf auf nen Kaffee. Es ist so schön all die Leute aus Christchurch wieder zutreffen! Viel Zeit bleibt nicht, denn JooJoo hat noch einiges auf dem Zettel und ich muss mich weiter um meine Bilder kümmern. Abends gehe ich mit Sheena Squash spielen. Hab ich auch noch nie gemacht. Gefällt mir! Meinen Knie nicht. Egal.
Freitag. Wochenende. Wir wollen alle ausgehen. Ein letztes Mal ins Mickey Finn´s? Ich liebe diesen Laden! So finden wir uns auch alle dort ein. Mit Amelie und Pauline (FRA) ziehe ich noch weiter zum Sol Square. Irgendwann hat nichts mehr auf und wir beschließen uns durch den Regen wieder zurück zum Hostel zu begeben. Ein vorgezogenes Frühstück mit frischem Brot und Blue-Cheese. Ja, so muss das sein! Zufällig ist in Christchurch gerade das Buskersfestival. Das heißt Straßenkünstler an jeder Ecke. Man schaut sich die einen oder anderen an. Toll! Sonntag geht’s nochmal climben mit Jacek, Caro und Amelie. Ansonsten passiert nicht viel. Entspannung pur und ein wenig die Straßenkünstler anschauen.
Montag. Abreisetag. Eigentlich wollte ich gar nicht so lange in Christchurch halten, aber am Ende ist eine ganze Woche daraus geworden. Ich verabschiede mich von allen. Es geht nach Hanmer Springs. Die Sonne scheint. Die Reisemusik passt. Kein Wunder dass sich auch wieder ganz schnell dieses tolle Freiheitsgefühl breit macht. In Hanmer Springs mache ich mich als erstes hoch zum Lookout. Tolle Aussicht! Danach geht’s gegen Abend in die hot pools, wofür diese Ort sehr bekannt ist. Deshalb scheint dieser Ort auch wie geschaffen für Familien, welcher gerne mal etwas Urlaub hier machen um diversen Freizeitaktivitäten nachzugehen. Ich plansche dort etwas herum und relaxe bevor ich mir ein nettes Plätzchen für die Nacht an einem Fluss suche. Der nächste Morgen fängt genauso an, wie der aufgehört hatte. Mit Sonne. Immer schön eincremen, sonst verbrennt man! Einen Capuccino auf die Hand und ab geht’s in Richtung Reefton. Die Strecke ist toll! Ich liebe es einfach durch die Berge zu cruisen! In Murchison komme ich genau um 4 Uhr nachmittags an. Hier gibt’s Neuseelands längste Swingbridge zu bewundern, welche über den Buller River führt. Kostet natürlich Geld. Ich spare mir den Brückenzoll und investiere lieber gleich in den Jet Boat Ride. Damit ist die Brückenüberquerung umsonst und ich kann Jet Boat fahren. Toll! Wie der Zufall es will, sind nur 2 Dänen und der Pilot mit von der Partie. Toll, denn dann ist das Boot relativ leicht und der 350 PS starke Chevy Motor wird uns in nullkommanichts in die Sitze pressen. Nach einer kurzen Aufwärmphase für den Motor, geht’s dann auch gut nach vorne! Der Pilot ist gut drauf und zeigt uns auch gleich mal mit nem High-Speed-Turn wo der Hammer hängt. So peitscht er uns dann auch durch die Stromschnellen. Er versucht sich zu steigern, denn die Turn´s werden immer härter. Wow! Das ist cool! Und weil er heute so gut drauf ist, dreht er auch ein paar extra Runden für uns. Danke! Das war mal wieder eine lohnende Investition! Gerne wieder! Weiter geht’s zum Lake Rotoroa wo ich auch für die Nacht bleiben möchte. Der See ist toll! Sogar ein paar Aale tummeln sich darin. Nur die Sandflies, welche hier in großen Scharen vertreten sind nerven ein wenig. Egal. Noch vor dem Frühstück gibt’s ein kleines Bad im See. Herrlich! Da schmeckt das Spiegelei auf Toast gleich viel besser. Weiter geht’s zum Lake Rotoiti. Ein wunderschöne Kulisse! Klares Wasser, schöne berge und ich mittendrin! Eigentlich würde ich hier nen Walk machen hinauf zu einem Lookout, aber die Sonne bruzzelt ordentlich sodass dies vielleicht heute keine gute Idee ist. Der nächste Stopp wäre im kleinen Örtchen Motueka, welches das gate zum Abel Tasman National Park ist. Dort würde ich gerne ein bisschen Kayak fahren. Wie gut das Sheena auch gerade da ist. Wir treffen uns in Motueka und buchen einen zweitägigen Kayak Trip. Toll! Wir machen die letzten Besorgungen und fahren weiter nach Kaiteriteri. Hier soll es nen richtig tollen Strand geben und Abkühlung ist willkommen! Kaum angekommen stürzen wir uns auch gleich ins kühle Nass. Kaum an Land, bemerkt Sheena dann, dass sie den Schlüssel für ihr Auto, welches sie sich von nem Bekannten geliehen hatte, verloren hat. Tja, man steckt sich auch einfach keine losen Autoschlüssel ins Bikinioberteil! Nach einem kurzen Telefonat mit dem Eigentümer stellt sich Gott sei Dank heraus, dass der Bekannte nen Ersatzschlüssel in die Stoßstange geklebt. Toll! Alles gut. Weiter geht’s zum Split Apple Rock. Leider ist gerade Flut, so dass man nicht hinüber laufen kann. Nachdem mir dann so ein liebenswürdiger Vogel von oben anscheißt, ist das auch egal, denn ich springe in die Fluten um mich zu reinigen und schwimme gleich rüber. Sheena darf Fotos machen. Wir suchen uns dann nen Platz für die Nacht nach an der Straße nach Marahau, von wo morgen unser Kayak Trip startet. Ich koche uns was Feines und bei nem Gläschen Wein plaudern wir über die letzten Wochen.
Am Morgen packen wir noch schnell unsere Sachen zusammen bevor wir zum Treffpunkt fahren. Es folgt eine Einweisung und irgendwann gegen Mittag sitzen wir dann auch im Wasssertaxi, welches uns zum Onetahuti Beach bringt. Klares blaues Wasser. Andere packen in Windeseile ihren Kram in die Kayak´s. Wir gehen erstmal ganz gemütlich schwimmen, denn man darf das Genießen ja nicht vergessen! Danach sehen wir dann aber auch zu, dass wir aufs Wasser kommen. Wir paddeln rüber zu Tonga Island wo es eine Robben Kolonie gibt. Dort können wir die jungen Robben beim Spielen hautnah am Kayak erleben. Toll! Wir paddeln weiter an den Stränden entlang bis zur Bark Bay, wo wir dank der Flut bis ins Landesinnere paddeln können. Über uns ist eine Hängebrücke, über die der Abel Tasman Coastal Track entlang läuft. Wir fahren weiter bis zu einem kleinen Wasserfall. Hier wird das Kayak sicher auf den Steinen gelagert, denn wir wollen den Wasserfall stromaufwärts klettern. Sehr schön! Oben gibt es dann kristallklare Pools mit Frischwasser, die zum Baden einladen. Danach machen wir uns auf den Weg zu unserer Campsite am Medlands Beach. Dort wird das Zelt aufgebaut und wir gehen unsere Lieblingsbeschäftigung nach: Essen. Dazu ein bisschen Wein den ich extra mitgenommen hatte um diesen wunderschönen Trip zu zelebrieren. Den nächsten Tag verbringen wir ausschließlich damit, von Beach zu Beach zu paddeln und uns in der Sonne zu aalen. Hatte ich schon erwähnt, dass es die letzten 2 Tage totales Kaiserwetter gab? Mittlerweile hatte ich meine Paddeltechnik weiter perfektioniert, was Kraftersparnis und Geschwindigkeitsgewinn bedeutete. Damit waren wir nun dank Rückenwind in der Lage, mit den Wellen mitzuhalten und mit dem Kayak auf den Wellen zu surfen. Toll! Was für ein Spaß. Am Nachmittag sind wir dann zurück. Eine wohltuende Dusche und schon sind wir zurück in Motueka. Ich verabschiede mich von Sheena, welche wesentlich mehr Zeitdruck hat. In ein paar Tagen fängt sie einen Job in den Bay of Islands auf der Nordinsel an. Kein Frage, wir sehen uns wieder! Ich fahre weiter Richting Norden zum Harwoods Hole. Das ist angeblich die größte Höhle der südlichen Hemisphere. Klingt gut. Der Weg dorthin führt von der Hauptstraße ungefähr 11km über ne Gravelroad. Ein paar Kilometer vor der Höhle ist dann plötzlich ein Check-Point. Lustig aussehende Gestalten fragen mich nach meiner Eintrittskarte. Häh? Was ist denn hier los? Zufällig ist an diesem Wochenende das Luminate Festival hier. Ein Haufen Rastafaris, Alternative und Party-Süchtige gibt sich hier das Wochenende diversen Musikacts und Workshops hin. Momentan steht der Preis für eine Karte bei 200 Dollar. Paaaah! Nein, ich will eigentlich nur zu der Höhle. Ich darf passieren. Den Walk zur Höhle mach ich dann am nächsten Morgen. Der Weg führt durch einen abgefahrenen Wald, wo man auch ein bisschen für die Herr der Ringe Filme gedreht hat. Im Film sind das wohl die Chetwood Forests. Die Höhle ist ein bisschen enttäuschend, da man ohne Abseilausrüstung eigentlich gar nichts sieht. Ein 70 m großes Loch, welches dann ungefähr 200m in die Tiefe führt. Man sieht eigentlich noch nicht mal das Loch. Eigentlich wollte ich nun weiter Richtung Norden an die Golden Bay und zum Farewell Spit, aber den Plan kippe ich spontan. Ich bin ja irgendwie auf Random-Mode. Stattdessen geht es zurück nach Motueka. Hier erkundige ich mich nach einer Aktivität, die ich schon seit Wochen, ach was, seit Monaten ins Auge gefasst hatte. Irgendwo hier in der Gegend gibt es nen Typen, der ein Stunt Flugzeug hat, das man selbst steuern darf. Im Info-Center stellt sich schnell raus, dass dies direkt in Motueka ist. Toll! Das Wetter für heute ist gut, aber auch ein wenig windig. Die hilfsbereite Dame erzählt mir von ihrem Flug mit dem Flugzeug und ich werde schon ganz neugierig. Sie ruft dort an und erkundigt sich nach freien Terminen. Heute passiert dort wohl gar nichts. Vincent, der Pilot, hat ein bisschen Magenprobleme. Ich könnte aber für morgen Vormittag nen Slot buchen. Mache ich doch glatt. Darüber nachdenken? Nein, einfach machen. Toll! Was mich genau erwartet weiß ich noch nicht. Das werde ich schon noch früh genug sehen. Ich suche mir nen free Campsite am Strand.
Sonntag morgens. Ein kleines Frühstück muss reichen. Lieber nicht zu viel im Magen, denn auf keinen Fall möchte ich Vincent ins Flugzeug speien. Einen Capuccino auf die Hand ist aber ein Muss. Bevor ich zum Flugplatz fahre, rufe ich noch Geburtstagskind Martina an und erkundige mich, wie es so in der Heimat aussieht. Ich erzähle ihr, dass ich gleich in ein Stunt Flugzeug einsteige, was mir selbst mein Vorhaben noch einmal verdeutlicht. Auf dem Weg zum Flugplatz sehe ich dann auch schon die ersten Skydiver herunter segeln. Dann stehe ich auch schon in Vincent´s nettem Shed und werde begrüßt. Das Flugzeug steht noch drinnen und Vincent gibt ihm noch einmal letzte Poliereinheiten. Ein Doppeldecker. Relativ klein, und eine kurze Spannweite. Dafür bestimmt ne ordentlich Maschine. Toll sieht es aus. Es glänzt. Es sieht ein bisschen nach Ausstellungsstück aus, aber ich bin mir ganz sicher, dass dieses Ding ein Wolf im Schafpelz ist. Ich darf nun den Papierkram erledigen, während im Hintergrund Promovideo´s laufen. Jeder der dort zu sehen ist, schreit, jubelt oder lacht irgendwie. Das ganze wirkt auf mich aber eher beunruhigend als Vorfreude erweckend. Ich beeile mich deshalb auch mit dem Papierkram. Wie viele Leute übergeben sich beim Flug frage ich. 2 bis 3 Prozent sagt Vincent, was ich für relativ viel halte. Er fragt mich ob ich Flugerfahrung habe. Am Computer bin ich ein halbes Flieger-Ass entgegne ich (Anm. für OP: ist ja nicht so, dass ich von allem Ahnung hätte). Super, meint er. Im Prinzip ist das Fliegen in real nichts anderes. Haha, denke ich mir. Kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal am Computer immensen Fliehkräften ausgesetzt war. Ich bekomme einen Fliegeroveall. Brauche ich noch festes Schuhwerk? Nein, barfüßig ist am besten. Toll! Ich darf dann vorne im Flugzeug Platz nehmen. Ich werde angeschnallt und Vincent erklärt mir worauf ich achten muss. Dann nimmt er im Cockpit hinter mir Platz und wir gehen im Trockenverusch die einzelnen Flugmanöver durch. Rollen und Loopings fürs Erste. Dann startet auch schon der Propeller. Vincent weist mich stolz darauf hin, dass dieser aus Deutschland kommt. Toll! Ich versuche zu relaxen, denn ich hab ja keine Ahnung was gleich abgeht! Über Funk betreiben wir ein wenig Smalltalk während wir zur Startbahn rollen. Kurze Freigabe vom Tower und dann heult der Motor auf. Es presst mich in Sitz und ich merke wie wir langsam Auftrieb bekommen. Wenige Sekunden später heben wir sanft ab. Dann enfährt mir nur ein lautes „Waaaaaaaaaaaaaaaahhhhh“ als Vincent plötzlich die Kiste steil nach oben zieht. Wow! Ich fühle das erste Mal die G-Force der ich die nächsten 15 Minuten ausgesetzt sein werde. Es presst dich einfach so in Sitz und dein ganzer Körper spannt sich an. Toll! Wir lassen es nun ein wenig langsam angehen und steuern nun aufs Meer zu während wir langsam an Höhe gewinnen.
Nun darf ich den Steuerknüppel in die Hand nehmen. Ich darf nun leicht von links nach rechts im Zick Zack fliegen um mich mit den Reaktionen des Fluzeugs auf meine Steuerbewegungen vertraut zu machen. Wie sich das anfühlt werde ich über Funk gefragt. Toll! Dann sind wir hoch genug. Jetzt wird’s wohl ernst. Vincent wird die erste Rolle machen. Ok sage ich. Dann geht’s auch schon los. Whooooohoooooo! Das fühlt sich gut an! Von Unwohlsein überhaupt keine Spur, stattdessen mehr ein Gefühl von absolutem Spaß! Ein paar Rollen nach links und ein paar nach rechts darf ich machen! Ist das abgefahren geil!? Jepp! Die nächste Übung ist ein Rollen mit kurzen Stopps alle 90 Grad. Das macht einen Riesenspaß! Und gleich normal. Das Gleiche zur anderen Seite. Toll! Dann darf ich den Überkopfflug machen. Wie geil ist das denn bitte? Ich hänge in den Gurten Kopfüber. Himmel und Ozean tauschen für ein paar Sekunden die Seiten. Die herrlich ausschauende Küstenline des Abel Tasman National Parks ist nun über mir. Wieder zurück in die normale Flugposition und dann gleich nochmal! Als nächstes kommen die Loopings. Toll! Schwung holen und dann hoch ziehen. Dabei presst es dich einfach dermaßen in den Sitz, einfach unglaublich. Sobald man dann Überkopf ist fühlt es sich ganz butterweich an. Dann geht’s steil runter auf den Ozean zu. Die Maschine abfangen. Alles kein Problem. Als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Kinderleicht! Und nochmal bitte! Whoooohooooo! Ich fühle mich pudelwohl hier oben in der Luft! Steht mir etwa eine Karriere als Kunstflieger bevor? Es macht einfach einen riesigen Spaß dieses Flugzeug zu fliegen. Es gehorcht meinen Steueranweisungen scheinbar aufs Wort. Und noch ein Looping und noch einen und noch einen. Geil! Dann kommt noch ein Manöver, welches er mir zum Abschluss zeigen will. Die Steilwende. Aus dem Looping kommend, gehen wir senkrecht nach oben, wo wir dann drosseln um nach links wegzurollen um in den Sturzflug zu gehen. Abgefahren! Dann sind die 15 Minuten Flug leider auch schon vorbei! Wir bewegen uns in Schräglage auf die Landebahn zu, was notwendig ist, damit Vincent diese sehen kann. Wir berühren mit dem Flügel schon fast den Boden bevor wir in horizontaler Lage dann ganz normal landen. Wow! Was für ein Erlebnis. Absolut phänomenal! Großartig! Fantastisch! Herrlich! Ich bin total überwältigt als ich aus dem Flugzeug steige. Vincent knippst noch ein paar Fotos von mir vor dem Flugzeug. Toll! Ich bekomme noch einen Kaffee und versuche ein bisschen herunterzukommen. Toll! Mittlerweile sind auch schon die nächsten Piloten da, welche diesen Spaß gleich erleben werden. Ich versuche ihnen ein wenig die Angst zu nehmen und mache ihnen klar, dass sie es lieben werden. So hoffe ich zu mindestens. In der Spitze hatten wir Fliehkräfte von 4G erzählt mir Vincent während wir das Video vom Flug sehen. Toll! Dann wird es Zeit weiter zu ziehen. Mit einem richtig dicken Grinsen mache ich mich auf den Weg nach Nelson. Bestes Wetter und beste Reisemusik. Nur so geht’s! In Nelson treffe ich mich dann mit Eeyoree (TAI) die ich schon aus Christchurch kenne. Ein bisschen bummeln und Erfahrungsaustausch der letzten Wochen. Danach geht’s auf nen Campsite in der City, der ist nämlich for free. Ihr seht, vom Prinzip her läuft das ja…
























Hallo Mario,
das ist ja wieder ein sehr schöner Reisebericht über NZ.
Du bist ja im Land der Kiwis und mußt mir somit auch meine Frage beantworten können.
Wie schmecken Kiwis in Wirklichkeit?
Ich meine nicht die Insulaner und auch nicht die Vögel sondern die Früchte.
Liebe Grüße aus E von M+D
als ob ihr noch nie Kiwis gegessen habt!? Grün schmecken sie, grün! wie denn sonst!?
cheers