Am Ende bin ich am Anfang angekommen. Sydney. Da wo für so viele das Australien Abenteuer beginnt, soll es für mich enden. Das Opernhaus, Bondi Beach und die Harbour Bridge symbolisieren quasi die Ziellinie einer unvergesslichen Reise auf der ich tolle Dinge sehen durfte und richtig viele interessante und liebenswürdige peoples kennen lernen durfte. Unterm Strich ist alles ganz anders gelaufen, als vorher in Gedanken ausgemalt. Gott sei Dank! Nicht auszudenken, wenn ich hier wirklich Rock Star geworden wäre. Naja, ein wenig gerockt hab ich dann doch noch an der Ostküste, wenn auch nur mit Hilfe von äußerst fragwürdiger Bounce Mukke. Genau genommen war das so…
Airlie Beach. Es ist Samstag morgens. Dieses kleine Örtchen schläft noch ein wenig. Die ersten Jogger sind schon unterwegs und frönen der Bewegung. Täte mir auch mal wieder ganz gut. Ich schlüpfe in mein Badegewand und springe in die doch recht frischen Wassermassen an der Lagoon. Herrlich! Zum Aufwachen ein paar Bahnen ziehen. Sollte ich vielleicht öfter mal machen. Inzwischen sind auch vermehrt Menschen auf den Straßen um sich bei den unzähligen Coffee Shops den `Guten Morgen Capuccino` zu holen. Ich tue es ihnen gleich und begebe mich zum Travel Agent meines Vertrauens. Ein Segeltrip um die Whitsundays soll es sein. Aus einer fast unüberschaubaren Anzahl an Schiffen und Booten gilt es nun das Passende zu finden. Mehr Partyboot, mehr Schnorcheltrip, mehr Segeltörn, mehr Tauchen? Definitiv Segeltörn! Bin ja irgendwie auch noch nie gesegelt. Meine Wahl fällt auf die SISKA. Eine schnittige Dame mit rotem Anstrich, welche gerade vom Make Over zurück war. Die Siska ist mittlerweile schon 2 mal um die Welt gesegelt und hat zweimal die Regatta von Sydney nach Hobart gewonnen. Prinz Charles war sogar einmal Mitglied der Crew! So fühle ich mich auch recht königlich, als ich am nächsten Morgen vor der Yacht stehe und von der Crew willkommen geheißen werde. Jeder bekommt eine Koje zugeteilt und nach dem die obligatorischen Sicherheitsbelehrungen obsolviert sind, legen wir auch schon ab. Dann heißt es Segel hissen. Ich gebe alles um das Segel in Rekordzeit den Mast hochklettern zu lassen. Harte Arbeit! Tja, und dann segeln wir. Immer schön gen Osten. Bootsmann Jordan animiert immer wieder die sehr bunte Reisegruppe mit Spässchen, während Köchin Sobi unter Deck ihr Werk verrichtet und Skipper Nelson uns wortkarg auf Kurs hält. Wir haben gutes Wetter und einen doch recht kräftigen Wind um die 25 Knoten. Da ist es ganz lustig anzuschauen, wie sich einige Landratten an Deck fortbewegen. Noch nicht mal 2 Stunden aus dem Hafen raus, begrüßt uns auch schon der erste Buckelwal mit einem gewaltigen Splash. Das vielleicht 2 Wochen alte Walbaby versucht es ihm gleich zu tun. Toll!
Irgendwann erreichen wir dann auch den angeblich besten Schnorchel-Spot der ganzen Whitsundays. Ich muss sagen, der war auch wirklich gut! Tolle Korallen und unzählige Fische in allen möglichen Farben und Formen. Dazu entdecke ich noch eine Schildkröte auf dem Meeresgrund. Es gibt ja nix tolleres als mit diesen gemütlichen Meeresbewohnern ein wenig zu tauchen. Faszinierend zu sehen, wie sie durch das Wasser schweben. Der zweite Schnorchel Spot den wir ansteuern ist auch toll, nur leider sind die Sichtverhältnisse hier wesentlich schlechter. Naja, weiter geht’s. Wir steuern als Liegeplatz für die Nacht das Nara Inlet an. Ein beliebter Platz zum Ankern. Hier geht’s mal kurz an Land um eine uralte Aboriginal Höhle anzuschauen. Am nächsten Tag geht’s zum Whiteheaven Beach. Das ist DER Strand hier den man auf so vielen Postkarten bewundern kann. Toll! Ich jage im flachen Wasser ein wenig die Stingrays, welche sich gerne im Sand vergraben. Dann ist der Spaß auch schon wieder vorbei und wir müssen uns auf den Rückweg machen. Dieser ist abgefahren, denn der Wind hat nochmal aufgefrischt und wir gehen hart an den Wind. Toll! Genau mein Ding! Während sich der Schiffsrumpf arg zur Seite neigt, kann man in manchen Gesichtern etwas Unbehagen entdecken. Bloß nicht nachlassen. Ich will mehr! Mehr Wind, mehr Geschwindigkeit und vor allem mehr Neigung! Über 11 Knoten schaffen wir. Das nenne ich Segeln! Schade das alles was Spaß macht, immer so schnell vorbei ist. Naja, vielleicht ein anderes Mal noch einmal.
So heißt es am nächsten Tag Abschied nehmen von Airlie Beach. Ein Touristen Örtchen wie es im Buche steht. Nicht auszudenken, was hier los ist, wenn Sommer ist!? Ich schwimme noch ein paar Bahnen am Morgen in der Lagoon und buche mir einen Fraser Island Trip. Das wird das nächste Ausflugsziel. An diesem Tag schaffe ich es bis kurz vor Rockhampton um am nächsten Morgen weiter nach Agnes Waters und 1770 zu fahren. Diese kleinen Gemeinden sind wahre Surferparadiese. So sagt man zu mindestens. Ich schaue mich ein wenig an den Stränden um, denn viel mehr gibt’s hier auch anscheinend nicht zu tun. So mache ich es mir am Abend dann auf einem Campingplatz gemütlich. Im Hintergrund hört man den Ozean rauschen. Herrlich!
Weiter geht’s nach Rainbow Beach. Von hier will ich rüber nach Fraser Island. Gebucht hab ich ja schon. Ich checke im Hostel ein. Die Mädels in meinem Zimmer gehen am nächsten Tag rüber nach Fraser und beschäftigen sich stundenlang mit Tasche packen. Die haben Probleme! Ich habe noch 3 Tage Zeit bevor ich dran bin. Am nächsten Morgen geht das ganze Tasche packen Spiel bei den Mädels von vorn los. Ich frage mich was sie am Vortag gemacht haben. Naja, das war dann wohl nix mit Ausschlafen. Die nächsten 2 Tage verbringe ich mit Internet, Wäsche waschen, Gitarre spielen und Filme schauen. Hin und wieder ein Ausflug zum Strand runden mein Tagesprogramm ab.
Samstag. Morgen geht’s endlich auf die weltgrößte Sandinsel. Am Nachmittag gibt’s noch ein Briefing für das was uns dort erwartet. Abends schließe ich mich einer Gruppe an, die gerade von Fraser zurück ist. Alle waren begeistert, was meine Vorfreude noch einmal steigert. Sie feiern ihren Trip und ich feiere mit. So kommt es auch, dass ich in dieser Nacht nicht so viel Schlaf bekomme. Stört mich aber herzlich wenig. Nach dem Frühstück gibt’s dann ne Einweisung für die Jeep´s und ein Equipment Check. Insgesamt sind wir 24 Leute verteilt auf 3 Autos. Mal wieder ein bunter Mix aus Deutschen, Spaniern, Briten, Iren, Holländern, Finnen und Aussies. So machen wir uns dann auf den Weg in ein 3tägiges Abenteuer voller Sand und guter Laune. Rauf auf die kleine Fähre und rein in den Sand. Toll! Auf dem Weg zu unserem Camp stoppen wir plötzlich. Guide Marc hat eine Carpet-Phyton entdeckt, die gerade zufällig den Weg kreuzt. Er schnappt sich das wilde Tier zu unserem Erstaunen am Schwanz und präsentiert es unseren großen Augen. Allen stehen nun um das Getier herum und knippsen wie wild. Toll! Dann kommen wir an den Strand. Gefühlte 100 Meter breit und perfekt um darauf zu fahren. Das ist wie ne Autbahn, nur das zwischendurch immer mal wieder kleine Dips kommen, wo man höllisch aufpassen muss. Am Campground angekommen, fangen wir an die Zelte aufzubauen. Ich spanne eine große Plane als Sonnenschutz, bastele Holzfiguren a la Blair Witch Project und hänge diese in die Bäume. Ich nenne diesen Platz nun Camp Darkside. Warum auch nicht!? Nun geht’s aber auch weiter, denn wir wollen heute ja noch was sehen. Champagne Pool steht als erstes an. Ein kleines nettes Schwimmbecken das nur durch ein kleines Riff vom Ozean getrennt ist. Sehr schön zum Plantschen und Fotos machen. Weiter. Auf dem Weg zurück zu den Jeep´s kann man nochmal schön über den Ozean schauen. Der ein oder andere Humpbackwhale bläst Fontainen in die Luft. Sehr schön. Am Indian Head angekommen gibt’s dann einen ganzen Haufen Humpback´s, Delphine und Manta Rays zu bewundern. Herrlich! Eine wahnsinnig tolle Aussicht! Zurück zum Camp, denn es wird auch langsam dunkel. Im Camp wird dann gekocht. Anschließend steht ein kleiner Umtrunk auf dem Tagesprogramm. Ich versuche mich mit jedem der Anwesenden an diesem Abend einmal zu unterhalten oder zu mindestens mir den Namen zu merken. Gelingt mir dann aber nur fast. Irgendwann ist Schlafenszeit. Wo ist eigentlich mein Schlafsack? Naja, den finde ich irgendwie nicht mehr. Dafür einen anderen. Gut das sich der Reisverschluß irgendwie nicht mehr schließen lässt. Eine etwas kühle Nacht. Egal.
Am nächsten Morgen wartet wieder ein strahlend blauer Himmel auf uns. Die Sonne lächelt so unverschämt schön, dass es ein absoluter Hochgenuss ist Frühstück zu machen. Timo (FIN) hat noch ein wenig Nachwehen und kämpft noch mit seinem allgenmeinen Befinden. Nach dem Frühstück fahren wir zum Lake Mckenzie. Strahlend blau schimmerndes Wasser, dass so klar ist wie die Klosbrühe von letzter Woche. Unglaublich! Leider können wir nur eine Stunde bleiben. Schade! Weiter geht’s zum Eli Creek, welcher sich ein wenig unspektakulär zeigt. Mit mehr Wasser hat man hier nen tollen Badespaß. Damn it! Danach geht’s noch zum Wrack der Maheno. Leider hat sich die Sonne schon hinter den Hügeln verkrochen, so dass ich das Wrack nur `schattig` fotografieren kann. Gerade hier hatte ich mir bessere Bilder versprochen. Naja, kann man nix machen. Wir sind durch mit dem Tagesprogramm. Nur noch kochen und dann wieder gesellschaftliches Beisammensein. Allgemein ist die ganze Reisegruppe ein netter Haufen. Am 3. Tag steht Lake Wobby und der Sandblow auf dem Programm. Ein wirklich schöner See mit einer riesigen Sanddüne von der man sich einfach herunter ins Wasser rollen lassen kann. Im seichten Wasser zieht der ein oder andere Catfish seine Bahnen. Ein toller Spot. Leider bleibt auch hier die Zeit nicht stehen. Wir müssen zurück. In Rainbow Beach treffen wir uns alle noch einmal und haben einen abschließenden Umtrunk. Toll!
Mittwoch. Es heißt Abschied nehmen aus Rainbow Beach. Ich mache mich auf in Richtung Noosa. Eine Stadt voller Kreisverkehre. Das irritiert mich. Wenn ich irgendwo hinkomme, wo ich noch nicht war, dann muss ich nach 5 Minuten den geographischen Durchblick haben, sonst finde ich mich nie zurecht. Sehr verwirrend sich dort zu bewegen. Ich verlasse am nächsten Tag Noosa und schaue mir auf dem Weg nach Brisbane noch schnell die Glasshouse Mountains an. In Brisbane suche ich mir einen Platz fürs Auto und checke in einem Hostel in der City ein. Timo meinte, dass auch viele andere Leute aus unserer Fraser Gruppe seien. Wir zelebrieren das Wiedersehen in der `Down Under Bar`. Das hat uns so gut gefallen, dass wir dazu neigen es den darauf folgenden Tag genauso zu tun. Ich bringe in der Zwischenzeit meinen Tax back auf den Weg. Außerdem halte ich nach einer neuen Kameralinse Aussschau. Die alte hat seit einigen Wochen Autofokus Probleme. Das nervt. Das nervt sogar gewaltig. Trotzdem vertage ich einen Kauf. Mit Timo fahre ich dann auch mal in den Australia Zoo. Die Heimat des Crocodile Hunters Steve Irwin. Etwas teuer ist der Eintritt, aber man war da.
Sonntag. Für heute steht Sport auf dem Programm. Timo erzählt mir schon seit Tagen, dass er gerne golft. Wir fahren also zu einem Golfplatz. Timo holt sich entsprechende Schläger und Bälle. Wir gehen auf die Driving Range. Dort sind circa 50 andere Leute die an ihrem Abschlag feilen. Er legt sich den Ball zurecht. Nimmt Maß und befördert den den Ball beim ersten Schlag gute 230 Meter weit. Viel weiter als jeder andere hier. Ich staune nicht schlecht! Naja, dass er schon seit 18 Jahren Golf spielen tut, erzählt er mir erst jetzt. Irgendwann bin ich dran. Er zeigt mir wie man das so macht. Ist ja nicht so, dass ich vom Golfspielen Ahnung hätte, aber treffe beim ersten Schlag sogar den Ball. Timo ist beeindruckt. Er meint ich mache mich viel besser als die meisten Anfänger. Ich schaffe es dann auch einmal den Ball sage und schreibe 75 Meter weit zu schlagen. Toll! Ich werde Golfer! Timo sagt, dass ich mit meinem Outfit schon wie ein schottischer Golfer aussehe! Na wenigstens stimmt das Outfit schon mal. Nach einer Weile sind wir durch mit dem Aufwärmprgramm und wir gehen auf den Minigolfparcour. Ich bin mir ganz sicher Timo schlagen zu können. Im Endeffekt unterliege ich. Ein toller Tag!
Am nächsten Tag treffe ich mich mit Maureen, welche ich auf dem Dive Trip kennengelernt hatte. Sie studiert in Brisbane und wir wollten uns bei Gelegenheit wiedertreffen. Wir haben einen netten Nachmittag und treffen uns abends mit Timo und feiern ein wenig. Am Ende des Abends gehe ich zum Van. Es regnet während ich über die Victoria Bridge laufe. Im Ohr singt D.v. L. über das Blut in den Gedanken. Der Regen fühlt sich gut an und wäscht jegliche Gedanken rein. Während andere sich unter ihren Regenschirmen verkriechen, kann ich den Regen voll und ganz genießen. Es fühlt sich gut an. Dieser einmalige Moment. Der kurze Gedanke. Der anhaltende Regen. Zeit Brisbane zu verlassen. Viel gesehen hab ich hier nicht, aber darum gings auch nicht.
Ich bewege mich Richtung Süden. Surfers Paradise liegt als nächstes auf dem Weg. Bisher hatte ich noch nix Gutes über diesen Ort gehört. Deshalb plane ich auch gar nicht großartig dort zu bleiben. Ich fahre dort an den Strand, an welchem sich die hohen Hoteltürme dicht an dicht reihen und der untergehenden Sonne kaum Gelegenheit geben ihr Licht auf den Strand werfen zu können. Ich schieße ein paar Bilder von Surfern auf ihrer Jagd nach guten Wellen. Weiter. In Coolangatta mache ich kurz halt um mir ein leckeres Reisgericht zu kochen. Nächster Stop: Byron Bay, welcher der östlichste Punkt des australischen Festlandes ist. Timo war bereits dort angekommen. Wir treffen uns am Abend im angesagten Backpacker Trend-Lokal. Wir zelebrieren ein weiteres Mal das Wiedersehen, auch wenn wir uns das letzte Mal erst vor 2 Tagen getroffen hatten. Egal. Ich checke am folgenden Tag in einem Hostel ein. Mit Timo fahre ich zum Leuchtturm von wo aus man wunderbar die Wale spotten kann, welche sich ihren Weg entlang der Küste bahnen. Wunderbar! Der Strand in Byron ist der Wahnsinn! Was auch Wahnsinn ist, ist die Tatsache dass fast niemand da ist! Es ist ja Winter! Ich möchte mir diesen Platz beim besten Willen nicht im Sommer vorstellen! Das muss die Hölle sein! Nach ein paar Tagen wird’s aber Zeit weiter zu reisen. Kurz vor Port Maquarie mache ich für die Nacht auf einem Rastplatz halt. Das Ziel für den nächsten Tag heißt bereits Blue Mountains. Alles andere lasse ich rechts und links liegen, denn ich muss ja auch mal vorwärts kommen.
Um in die Blue Mountains zu gelangen, muss ich mich schon mehr oder weniger durch den Großraum Sydney arbeiten. Gott sei dank ist es schon etwas später und die Straßen nicht mehr all zu voll. Links, rechts, links, rechts und irgendwann bin ich dann auch aus dem Ballungsraum Sydney wieder raus und arbeite mich die Berge hoch. Hinter mir kann ich bereits das Lichtermeer der Riesenmetropole von oben sehen. Ich mache es mir auf einem Rastplatz gemütlich um am nächsten Tag gleich mit den ersten Lookouts starten zu können. Genauso mache ich es auch am nächsten Tag und schaffe es am späten Nachmittag bis nach Katoomba. Dort kann man die sogenannten 3 Sisters bewundern, was ich mir aber für den folgenden Tag aufhebe. Ziemlich beeindruckende Lookouts um Katoomba herum. Sehr windig dazu, so dass ich befürchte, dass es den ein oder anderen asiatischen Tourist dort glatt weg weht. So, genug des Herumkurvens: auf nach Sydney!
Ich fahre den Highway entlang, immer Richtung Osten. Im Radio finde ich sogar wieder einen vorzüglichen Classic-Rock Radiosender. Toll! Noch gar nicht richtig in der City drin, sehe ich einen Clean Park. Ich stoppe, denn schließlich muss ich das Buzzmobil entrümpeln und nach 14 Monaten des Reisens auch mal Waschen. Schließlich soll es ja in den nächsten Tagen verkauft werden! Ich sprühe, ich schrubbe, ich sprühe und schrubbe, aber der Dreck lässt sich nur schwer und auch nicht vollständig entfernen. Egal. Wer braucht auch schon ein sauberes Auto in Australien? Wir doch eh wieder dreckig! Völlig überbewertet! Naja, für die Innenreinigung brauch ich dann etwas mehr Zeit. Den ganzen Van ausräumen, aussaugen und den überflüssigen Unrat entsorgen und wieder einräumen. Nach einigen Stunden bin ich mit der ganzen Prozedur auch fertig und habe plötzlich so viel Platz, dass ich glatt noch jemanden zur Untermiete aufnehmen könnte. Weiter. Ich setze meinen Kurs in Richtung City fort. So richtig hab ich keine Ahnung wo ich eigentlich bin und wo ich hin will, aber das gibt sich bestimmt bald. Im Radio erklingt Riders on the storm während ich relaxt durch die busy Innenstadt cruise. „Bondi“ sehe ich dann auf einem Schild. Warum auch nicht erstmal zum Bondi Beach, dem wohl bekanntesten Strand Sydneys und vielleicht sogar ganz Australiens. Am Strand ziehen die Jogger im letzten Tageslicht ihre Runden. Ich schlendere ein wenig an der Promenade entlang und gönne mir ne riesige Portion Fish & Chips. Hmmm, und nun? Ok, warum nicht in Timo´s Hostel einchecken? Er ist schon seit 2 Tagen in Sydney. Ich parke hinterm Hostel direkt in der City in einer dunklen Seitenstraße. Die Ratten jagen an mir vorbei. Ich checke ein und hab jetzt nur noch ein Problem. Wo parke ich ordnungsgemäß den Wagen? Parkplätze sind Mangelware und kostenpflichtig sowieso. Ich finde etwas. Muss ich mir noch Gedanken machen, wo ich das Auto am nächsten Morgen hinstelle! Zahlen will ich ja fürs Parken nix, vor allem, weil das auch so um die 6 Dollar kostet. Pro Stunde. Eindeutig zu viel wie ich finde. Da kann man schon mal ein Gebühr fürs Parken ohne Parkschein riskieren. Am nächsten Morgen mache ich mich erstmal mit dem Van auf zu einem Kamerashop, der anscheinend die besten Preise in ganz Sydney hat. Ich finde eine neues Objektiv. Toll ist das! Der Preis hat sich aber gewaschen. Nützt nix. Ich brauch dieses verdammte Objektiv. Der Verkäufer im Shop zieht mit einem Lächeln meine Karte durch das Gerät. Das schmerzt ein wenig. Gerade hatte ich eine nette Rückzahlung meiner zu viel gezahlten Steuern bekommen. Ein Teil davon bleibt nun im Fotofachgeschäft. Dafür hab ich jetzt ein schönes Objektiv mehr im Gepäck. Ich suche mir in der Umgebung des Hostels eine Parkmöglichkeit, in der Hoffnung kein Ticket zu kassieren. Ich verbringe einige Zeit im Internet. Nun muss ich zum Auto zurück weil ich etwas vergessen hatte. That´s timing! Ich sehe den Kontrolleur fleißig Knöllchen austeilen. Nix wie rein ins Buzzmobil und umparken. Am nächsten Morgen schaue ich als erstes zum Auto. Immer noch kein Knöllchen. Toll! Danach gehe ich mit Timo in die City. Wir schauen zur Harbour Bridge und zum Opera House. Für abends steht noch ein kleines Highlight auf dem Programm. Wir haben uns Tickets für ein AFL Game gekauft. Genauer gesagt: Aussie Rules Football. Sydney Swans gegen die Western Bulldogs. Das ist ne Mischung aus Rugby, Handball, und Fussball. Toll! Zufällig ist es da letzte Spiel der Saison, bevor es in die Playoffs geht. Nach dem Spiel wird der Rasen gestürmt und jeder darf mal dieses komisches Ei kicken, womit sie dieses Spiel spielen. Danach geht’s in die Bar. Wir feiern. Am nächsten Morgen heißt es auschecken. Ich möchte das Hostel wechseln und nach Kings Cross umziehen. Hier sind die Hostels um einiges günstiger und man ist auch nicht ganz so mitten drin im Trubel. Ich checke im Kanga House ein und verteile kurz danach auch schon fleißig Flyer für das Buzzmobil, welches ja zum Verkauf steht. Danach wird im Hostel gepokert bevor es ein anständiges BBQ gibt. Ich parke das Auto irgendwo in der Victoria Street. Hoffentlich gibt’s kein Ticket. Für die nächsten Tage steht ein wenig Seightseeing auf dem Programm. Ich fahre auf die andere Seite der Harbour Bridge um zurück zu laufen und nette Fotos zu knippsen. Ich habe immer noch kein Parkticket kassiert, obwohl ich diesen Tag schon 2mal kurz davor war. Timing! It´s all about timing! Man muss immer nur 1 Minute vor den Kontrolleuren am Wagen sein. Zufall oder Schicksal, dass ich es an einem Tag sogar 2mal schaffe!?
Am folgenden Tag fahre ich in einen Park. Hier im Park, kann man was am besten tun? Genau, parken! Kostet nämlich nix und gibt mir ausgiebig Gelegenheit meinen Kram zu sortieren. Ich versuche hierbei alles was ich mitnehmen will so zu komprimieren, dass es in einen ganzen Backpack passt. Ich sortiere aus, verteile um, schmeiße Verpackungen weg und nutze jede Lücke des Backpacks aus. Fast alles geht rein. Im Van siehts jetzt richtig übersichtlich aus. Ich spiele im Park noch ein wenig Gitarre, bevor es zurück zum Hostel geht. Abends treffe ich mich dort mit Malte. Er ist mittlerweile aus Tasmanien zurück auf dem Festland und hat es nun nach Sydney geschafft. Wir kochen zusammen und trinken ein wenig Wein auf das Wiedersehen. Zusammen erfreuen wir uns auch des tollen Wetters, das wir am nächsten Tag genießen und über die Harbour Bridge laufen. Zufällig ist Cousinchen Carina auch in der Stadt. Gerade für einen kurzen Zwischenstop in Sydney. Man trifft sich auf einen kurzen Schwatz in den Rocks. Abends koche ich mit Malte in seinem Hostel. Anschließend geht’s noch ein wenig um die Häuser. Ob ihr es glaubt oder nicht, aber ich hatte in den letzten Tagen immer noch kein Parkticket kassiert! Wie mach ich das nur? Ein Mysterium! Nur noch schnell das Auto verkaufen und dann den Flug buchen, denn vom Prinzip her läuft das ja…












Und wohin fliegst Du diesmal?